Bauarbeiten: Rosengarten wird abgekapselt
Verhandlungen mit DB schwierig
Die Stadt befindet sich in — schwierigen — Abstimmungen mit der Deutschen Bahn zum Bauablauf und zu Sperrpausen, in denen die Bauarbeiter die Brücke sanieren können. Die von der Stadt gewünschten Sperrpausen im Jahr 2021 konnten von der Bahn nicht zur Verfügung gestellt werden, informiert Kora Kutschbach, Pressereferentin der Stadt. Auch für die nunmehr angemeldeten Sperrpausen in 2022 steht eine Bestätigung seitens der Bahn derzeit noch aus. „Die Sperrpausen wurden bei der Bahn fristgerecht angemeldet“, sagt Kutschbach. Die Pläne für die neue Brücke am Bahnhof Rosengarten liegen seit Dezember 2018 vor, das Genehmigungsverfahren ist eingeleitet worden. Der für die DB erforderliche Planungsvorlauf beträgt in der Regel drei bis fünf Jahre, heißt es vonseiten der Stadt. Angefragt worden sei parallel auch eine bei der DB Station & Service begonnene Planung zur Verlängerung des Bahnsteiges und zum barrierefreien Zugang. Die geplante Behelfsbrücke soll westlich (Richtung Berlin) der jetzigen Brücke errichtet werden, teilte Kora Kutschbach, mit.
Sorge bei den Anwohnern
Die Stimmung der Anwohner aus Rosengarten und aus den umliegenden Ortsteilen ist angesichts der Pläne stark angespannt, das wurde auf einer Ortsbeiratssitzung vor wenigen Tagen deutlich. Der Saal im Landhotel Pagram war prall gefüllt, freie Parkplätze waren in dem ruhigen Ort schwer zu finden. Für die Anwohner ist die Brücke unverzichtbar, wie deutlich zum Ausdruck kam. Denn sie ist das Bindeglied zwischen den beiden Teilen Rosengartens.
„Unsere Forderung war von Beginn an ein Zugang zum Bahnsteig, die wurde bisher ignoriert“, betont Ortsvorsteher Christian Mirle. „Wir werden weiter dafür kämpfen.“ Eine längere Stilllegung des Bahnhofes bedeute für die Einwohner längere Wege zu Arbeit und Kultur in Frankfurt und Berlin. Und sie störe das gesellschaftliche Leben im Ort erheblich. Für unaufdringliche Sperrpausen hat Mirle Verständnis, aber er wünscht sich einen zügigen Ablauf der Bauarbeiten. „Wir wollen keinen überzogenen Bauverlauf, wie es bei der Eisenbahnbrücke Rosengarten–Pagram der Fall war“, sagt Mirle. Dass der Haltepunkt Rosengarten auf Dauer erhalten bleibt, forderten auch weitere Einwohner, die werktags täglich zur Arbeit nach Berlin pendeln.
„Ich muss nun noch früher aufstehen, um zum Bahnhof nach Frankfurt und anschließend nach Berlin zu kommen. Das ist umständlich“, klagt ein Mann aus Rosengarten, der 250 Meter vom Bahnhof entfernt lebt. Kostenlose Parkplätze gebe es dort nicht. Auch weitere Anwohner reagierten betroffen. Für sie bedeuten die Bauarbeiten eine Abschottung von anderen Städten. Der Bus 982 verkehrt nur unregelmäßig und nur bis etwa 20 Uhr, auch an Wochenenden. Zudem dauert die Fahrt mit dem Pkw (15 Minuten) und Bus (über 20 Minuten) länger als die vierminütige Bahnfahrt. Der Schienenersatzverkehr brächte den Anwohnern zwar ein Stück weit Entlastung. Doch sie bestehen darauf, dass es weiter einen Halt in Rosengarten gibt. Die Kommunikation mit Stadt und Bahn ist mangelhaft, bestätigte Ortsvorsteher Mirle. Die Anwohner wollen handeln. Sie planen eine Unterschriftenaktion.



