Betrug in Frankfurt (Oder): Ehepaar bei Bücherverkauf um Zehntausende Euro betrogen

Ein Ehepaar aus Frankfurt (Oder) wurde Opfer von Bücherbetrügern – und dabei um eine sechsstellige Summe gebracht. Was zu dem Fall bekannt ist und wie die Betrüger in der Regel vorgehen. (Symbolbild)
Robert Michael/dpa- In Frankfurt (Oder) verlor ein Ehepaar beim geplanten Bücherverkauf eine sechsstellige Summe.
- Ein Vermittler aus Düsseldorf versprach einen Käufer, verlangte vorab Digitalisierungskosten.
- Nach der Zahlung war die Firma nicht mehr erreichbar – die Polizei ermittelt zu ähnlichen Fällen.
- Täter wirken seriös und bauen Vertrauen auf, oft mit angeblichen Registern, Kautionen oder Notarkosten.
- Polizei rät zu Skepsis, Beratung im Umfeld, Schätzungen durch Antiquariate und keinen Vorauszahlungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Betrugsfall aus Frankfurt (Oder) sorgt aktuell für Schlagzeilen. Demnach hat ein älteres Ehepaar eine sechsstellige Summe beim geplanten Verkauf einer Büchersammlung verloren. Darüber informierte die Pressestelle der Polizeidirektion Ost. Und es ist nicht der erste Fall für die Ermittler.
Bei den Betroffenen handelt es sich laut Polizeisprecher Roland Kamenz um eine 70 Jahre alte Frau und einen 72 Jahre alten Mann aus der Oderstadt. Sie wollten einen größeren Bestand von Buchbänden veräußern – um welche Bücher es genau ging, ist bisher nicht bekannt. Daraufhin habe sich eine vermeintliche Vermittlungsfirma mit Sitz in Düsseldorf bei dem Ehepaar gemeldet.
Der Unbekannte behauptete, dass sich angeblich ein interessierter Käufer gefunden habe, für die Abwicklung des Geschäfts jedoch vorab eine Digitalisierung der Sammlung nötig sei. Die Kosten dafür, so die Polizei, sollte das Ehepaar selbst tragen und nach dem abgewickelten Verkauf zurückerstattet bekommen. „Mit viel Überzeugungskunst“ sei es dem angeblichen Vermittler schließlich gelungen, die beiden Frankfurter zur Zahlung zu bewegen. Doch anschließend war die Firma dann nicht mehr erreichbar – und das Paar um eine riesige Geldsumme betrogen.
Betrug in Frankfurt (Oder): Wie die Täter in der Regel vorgehen
In den vergangenen Monaten seien bereits mehrere solcher Fälle von Bücherbetrug bei der Polizei angezeigt worden, informiert Roland Kamenz. „Die Betrüger nehmen dabei häufig auch persönlichen Kontakt mit den späteren Geschädigten auf. Ermittler gehen davon aus, dass die Kriminellen zum Teil an personenbezogene Daten von Kunden gelangen, die in der Vergangenheit derartige Buchbände erworben haben, und suggerieren diesen, dass die Bücher zu hohen Preisen verkauft werden könnten“, erklärt er. Zum Teil hätten die Betroffenen aber auch zuvor die Buchsammlungen im Internet zum Verkauf angeboten und seien so an die Kriminellen geraten.
Die Betrüger hinterließen oft einen seriösen Eindruck. Es gelinge ihnen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und dabei in Gesprächen den Eindruck zu vermitteln, dass die Bücher sehr hochwertig wären. Bei der Vorgehensweise gebe es jedoch durchaus Unterschiede, berichtet der Polizeibeamte.
Weitere Fälle von Buchbetrug beschäftigten die Polizeidirektion
„Mal sollen die Personen, die die Bücher eigentlich veräußern wollen, hohe Geldsummen dafür bezahlen, dass ihre Bände in einem Register erfasst werden, mal sollen Kautionen oder Notarkosten im Vorfeld bezahlt werden. Teilweise wird den späteren Geschädigten auch suggeriert, dass durch Ergänzungsbände, die zuvor erworben werden müssen, der Wert und der Verkaufserlös der eigenen Büchersammlung maßgeblich gesteigert werden kann“, erläutert Roland Kamenz.
Mitunter würden die Betrogenen sogar Kredite aufnehmen, um das Geld bezahlen zu können. In der Regel reiße der Kontakt jedoch sofort ab, nachdem die geforderten Summen überwiesen wurden. Nicht selten handele es sich dabei um fünf- oder gar sechsstellige Beträge, heißt es von der Polizei – die weitere, aktuelle Beispiele aus der Region nennt:
So sei im Februar 2026 in Schwedt eine 85 Jahre alte Seniorin von zwei Unbekannten zum Überweisen einer vierstelligen Summe im Zusammenhang mit dem Verlauf von Büchern gedrängt worden. Familienangehörige konnten sie gerade noch davon abhalten. Weniger glimpflich ging der Fall eines 61-Jährigen im Bereich der Polizeiinspektion Uckermark aus, der einen fünfstelligen Geldbetrag an Buchbetrüger überwies – er hatte dafür sogar einen Kredit aufgenommen.
Wichtige Tipps, um nicht auf Betrüger hereinzufallen
Ein häufiges Problem ist Scham: „Für die Opfer ist es oft schwer, sich einzugestehen, dass sie betrogen worden sind“, macht Roland Kamenz deutlich. Vom finanziellen Schaden abgesehen schämen sie sich, den Betrügern gutgläubig das Geld anvertraut zu haben. Die Polizei empfiehlt daher, bei größeren Gewinnversprechen skeptisch zu sein und sich stattdessen umfassend über die vermeintlichen Vermittlungsfirmen zu informieren.
Die wichtigsten Tipps: „Ziehen Sie Angehörige oder Vertrauenspersonen aus Ihrem persönlichen Umfeld zu Rate. Holen Sie sich alternative Angebote ein, indem Sie Dinge, die Sie verkaufen wollen, durch Antiquariate in Ihrer Nähe schätzen lassen. Hinterfragen Sie die Sinnhaftigkeit von Gebühren, die Sie zahlen sollen. Überweisen Sie keine großen Geldbeträge an Ihnen unbekannte Personen.“
Wurden Sie Opfer eines Betrugsfalls und wollen andere vor einer Betrugsmasche warnen? Dann melden Sie sich bei uns und erzählen uns Ihre Geschichte. Die Lokalredaktion Frankfurt (Oder) erreichen Sie am besten per Mail unter frankfurt-red@moz.de oder per Telefon unter 0335 5530590.


