Bilanz der Polizei: 1746 Unfälle und drei Verkehrstote in Frankfurt (Oder) im Jahr 2019
Die Autobahnen ausgenommen wurden auf Straßen und Wegen in Oder–Spree und Frankfurt 6792 Unfälle gezählt, 95 mehr als 2018. Das geht aus der aktuellen Verkehrsunfallbilanz hervor, die am Donnerstag in Fürstenwalde von Jürgen Huber, dem Leiter der Polizeiinspektion, sowie Thomas Nöring, Leiter der Autobahnpolizei der Direktion Ost sowie stellvertretender Leiter der Verkehrspolizei, vorgestellt wurde.
Zu schnell, Alkohol am Steuer
„Die Zahlen bewegen sich auf gleichbleibendem Niveau“, so Jürgen Huber. Je nachdem, wo die Grenze angesetzt werde, handele es sich bei rund 40 Prozent um Bagatellen wie kleinere Zusammenstöße auf dem Parkplatz oder abgefahrene Spiegel. Die Polizei nehme die Unfälle natürlich dennoch auf, um zivilrechtliche Ansprüche der Betroffenen zu sichern, erklärte Nöring.
Aus Polizeisicht und mit Blick auf die Verkehrssicherheit entscheidender jedoch seien die schweren Unfälle mit Personenschäden. Sie gingen in der Polizeiinspektion deutlich zurück, von 696 auf 657. Die Verletztenzahl sank um 65 von 867 auf 802. Auch in Frankfurt registrierte die Polizei eine rückläufige Tendenz, es gab 127 Unfälle mit 170 Verletzten. Zu den Hauptursachen bei schweren Autounfällen zählen auch in der Region unangepasste Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer und Missachtung der Vorfahrt. Statistisch sind Heranwachsende bis 21 Jahre und Senioren über 64 Jahre eher in einen Unfall verwickelt als andere Verkehrsteilnehmer. Auch in Frankfurt deutlich zugenommen haben Wildunfälle (162).
Ganz unabhängig von der Statistik war es aus Verkehrsunfallsicht ein trauriges Jahr für Frankfurt. Denn drei Menschen kamen 2019 ums Leben — 2018 hatte es keinen Unfall mit Todesfolge gegeben.
Am 25. April krachten auf der Lebuser Chaussee/B112 zwei Fahrzeuge frontal ineinander, für eine der Fahrerinnen kam jede Hilfe zu spät. Laut Jürgen Huber konnte die genaue Unfallursache damals nicht geklärt werden. Am 23. Juni übersah ein Fußgänger in der Leipziger Straße, auf Höhe des Südring–Centers, die einfahrende Straßenbahn, als er das Gleis betrat. Er verstarb drei Wochen später im Klinikum aufgrund der schweren Kopfverletzungen. Der letzte tödliche Unfall ereignete sich am 12. August unmittelbar vor der Feuerwache in der Heinrich–Hildebrand–Straße. Ein Auto erfasste einen Mann auf einem E–Bike, der in Richtung Birkenallee unterwegs war. Laut Polizei war der Autofahrer vermutlich gerade damit beschäftigt, Einstellungen in dem Leihwagen vorzunehmen, weshalb er nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte. Der Radfahrer verstarb sechs Tage später an den Folgen des Unfalls.
Unfallschwerpunkte entschärft
Alle schweren Unfälle arbeitet eine Unfallkommission auf, der sowohl Vertreter der Polizei als auch der örtlichen Ordnungsbehörden angehören. In Frankfurt seien in den letzten Jahren eine Reihe von Empfehlungen der Unfallkommissionen umgesetzt worden, hieß es in dem Pressegespräch. Sicherer ist jetzt beispielsweise die Kreuzung Rosa–Luxemburg–Straße/B112. Hier hätten sich die Unfallzahlen durch eine veränderte Ampelschaltung und neue Fahrbahnmarkierungen nahezu halbiert.
Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet die Polizei auf den Autobahnen im Bereich der Polizeidirektion Ost, zu der die Inspektion gehört. Gezählt wurden 1355 Unfälle, 187 weniger als im Vorjahr. Es gab zudem weniger Verletzte (186) und Tote (2).


