Bilinguale Schulen in Frankfurt: Potsdam wirkt überfordert

Zu Beginn des Schuljahres sollte bilingualer Unterricht in der Grundschule Mitte in Frankfurt (Oder) starten – eigentlich. (Symbolfoto)
Marijan Murat/dpaJahrelang wird eine Elterninitiative, organisiert im Verein „Unsere Miasto“ hingehalten, vertröstet, inzwischen will man sagen: getäuscht. Angesichts der vorangeschrittenen Zeit ist es unwahrscheinlich, dass das Versprechen, ab August zweisprachigen Unterricht anzubieten, noch eingelöst werden kann; Unterricht, der auch polnische Muttersprachler mitnimmt, auch in Fächern wie Sachkunde oder Mathe. Neben einem Konzept bräuchte man ja auch Personal. Da das Ministerium auf Anfragen nicht antwortet, kann man nur mutmaßen, dass es mit der Aufgabe überfordert ist. Was nicht verwunderlich wäre. Warum verzichtet Potsdam auf die Expertise des deutsch-polnischen Bürgervereins, warum werden seine Vertreter nicht mit ins Boot geholt? Es geht nicht um die Spezial-Anliegen eines elitären Eltern-Clubs, sondern um eine stetig wachsende Gruppe von Sprösslingen polnischer oder teils polnischer Eltern, von Kindern, die die Eurokitas besuchen: 383 Frankfurter zwischen 0 und 5 Jahren haben einen polnischen oder einen deutschen und polnischen Pass (Stand Ende 2018). Sie haben mindestens zwei Sprachen und in einer Doppelstadt dürfte keine von beiden zu einer Küchensprache degradiert werden.
