Bombe in Jänschwalde: Fliegerbombe am Bahnhof entschärft, Sperrung aufgehoben

Bombe in Jänschwalde: Enrico Schnick (l.), Uwe Zierdt (M.) und Jörg Seeliger vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der entschärften 100-Kilo-Bombe.
Heike Reiß- Bahnverkehr in Jänschwalde betroffen: Fliegerbombe am Halt Jänschwalde Ost gefunden.
- Fundort liegt direkt an der Strecke zwischen Cottbus und Guben bzw. Frankfurt (Oder).
- Entschärfung ist für Mittwochvormittag, 10. Juni, geplant.
- Bis voraussichtlich 11 Uhr ist Jänschwalde Ost gesperrt – teils RE10 und RB43 fallen aus.
- Es kommt zu Verspätungen und Ausfällen, teilt die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite mit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Bahnhaltepunkt Jänschwalde Ost ist bei Bauarbeiten am späten Dienstagnachmittag, 9. Juni, eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Sie ist am Mittwoch, 10. Juni, kurz nach 10 Uhr entschärft worden, heißt es von der Einsatzstelle.
Der Fundort lag unmittelbar an der Bahnstrecke zwischen Cottbus und Guben beziehungsweise Frankfurt (Oder). Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) des Zentraldienstes der Polizei Brandenburg konnten den Blindgänger unschädlich machen.
Die Deutsche Bahn hatte auf ihrer Internetseite Verspätungen und Ausfälle bei RE10 und RB43 zwischen Cottbus und Frankfurt (Oder) angekündigt. Der Bahnhof Jänschwalde Ost sollte wegen der Entschärfung der Bombe bis voraussichtlich 11 Uhr gesperrt werden. Um 10.16 Uhr gab es Entwarnung. Die Bombe ist entschärft, hieß es. Die Sperrung wurde aufgehoben.
Das ist zur Bombe in Jänschwalde bekannt
Größere Auswirkungen auf den Bahnverkehr hatte es tatsächlich nicht gegeben, da für die Sprengung nur ein kleines Zeitfenster und keine Evakuierungen nötig waren. Es wurde nur ein kleiner Sperrkreis eingerichtet. Der Straßenverkehr war nicht beeinträchtigt.
Bei der Bombe handelte es sich um eine russische Fliegerbombe mit russischem Zünder und einem Gewicht von 100 Kilogramm, so Sprengmeister Enrico Schnick.

Diese Bombe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde gegenüber dem Bahnhaltepunkt Jänschwalde Ost bei Trassenarbeiten an einem Gewerbeweg entdeckt.
Heike ReißDass bei Bauarbeiten Weltkriegsmunition gefunden wird, ist im Landkreis Spree-Neiße keine Seltenheit. Ein Grund für das vermehrte Aufkommen von Kampfmitteln in der Region sind die Frontverläufe zwischen der Neiße und der Stadt Cottbus in den letzten Zügen des Zweiten Weltkriegs.
Munition aus Zweiten Weltkrieg in Spree-Neiße keine Seltenheit
Im April 1945 war die Region zudem Schauplatz von Bodenkampfhandlungen zwischen sowjetischen Truppen und Einheiten der Wehrmacht. Wenige Wochen zuvor, am 15. Februar 1945, hatten zudem 400 US-amerikanische Bomber ihre Bombenlast über Cottbus abgeworfen. Das eigentliche Ziel des Angriffs waren Industrieanlagen bei Ruhland (Landkreis Oberspreewald-Lausitz).
Auch in der Nähe des jüngsten Fundorts der Bombe am Bahnhaltepunkt Jänschwalde Ost gab es militärische Liegenschaften: den Flugplatz Cottbus-Drewitz, der derzeit zu einem grünen Technologiepark, dem Green Areal Lausitz, umgebaut wird. Im Zweiten Weltkrieg diente er hauptsächlich als Ausbildungsstandort (Flugzeugführerschule A/B 3), bevor dort ab 1944 aktive fliegende Einheiten stationiert wurden. Am 22. April 1945 wurde der Platz von sowjetischen Soldaten eingenommen.
Die Bombe wurde nach der Entschärfung in ein Zwischenlager transportiert. Von dort wird sie in den Munitionszerlegebetrieb in Kummersdorf-Gut (Landkreis Teltow-Fläming) gebracht, wo sie untersucht und kontrolliert gesprengt wird.
