Bunter Hering 2024
: Stadtfest Frankfurt (Oder) setzt erstmals auf Bezahlbecher

Der Müll ist jedes Jahr ein großes Thema beim Stadtfest in Frankfurt (Oder). Statt Wegwerfbechern gibt es nun erstmals Bezahlbecher. Was bringt die Aktion?
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Eventmanager Robert Reuter mit den Kaufbechern, die in diesem Jahr auf dem Stadtfest in Frankfurt (Oder) zum Einsatz kommen.

Eventmanager Robert Reuter mit den Kaufbechern, die in diesem Jahr auf dem Stadtfest in Frankfurt (Oder) zum Einsatz kommen.

Thomas Gutke

Das Hansestadtfest in Frankfurt (Oder) versucht seit einigen Jahren, nachhaltiger zu werden. Denn wo Zehntausende Menschen feiern, entsteht auch viel Müll. 2023 hatten es die Organisatoren des Bunten Herings mit Getränkebechern aus Bio-Kunststoff versucht, die biologisch abbaubar sein sollten.

Die Einweg-Variante hinterließ letztlich trotzdem wieder einen großen Müllberg. An den Mülleimern stapelten sich neben Plastikbesteck und Papptellern auch die Biokunststoff-Becher. Die Rufe auch aus der Kommunalpolitik nach einem Mehrwegsystem wurden daher lauter.

Stadtfest Frankfurt (Oder) erstmals mit Kaufbechern

Im Rahmen der Neuvergabe der Catering-Verträge für das Stadtfest 2024 probieren die Stadtfest-Organisatoren jetzt einen neuen Ansatz: ein Kaufbechersystem. Besucher, die etwas trinken wollen, kaufen sich einmalig einen Stadtfest-Becher zum Preis von 2 Euro.

Im Unterschied zu einem Pfandsystem bekommt man den Betrag bei der Abgabe nicht zurück. Stattdessen wird der Becher, in den 0,4 Liter passen, entweder wieder aufgefüllt, oder (kostenlos) gegen einen neuen Becher getauscht. Die Becher können als Erinnerungsstücke mit nach Hause genommen werden.

Bunter Hering auf pinkem Becher zum Stadtfest Frankfurt (Oder)

„Auf dem Becher ist ein schöner bunter Hering drauf, außerdem ist er pink gestaltet – wie das Auswärtstrikot unserer inzwischen leider bei der Fußball-EM ausgeschiedenen DFB-Elf“, erklärt Robert Reuter, Eventmanager bei der Messe- und Veranstaltungs GmbH.

2025 soll es neue Becher mit einer neuen Farbe geben. Gänzlich mit dem Müllproblem aufräumen lasse sich auch mit dem neuen System nicht, räumt Robert Reuter ein. Aber etwas weniger Abfall als 2023 sollte diesmal trotzdem zusammenkommen. „Der Preis von 2 Euro ist sozialverträglich. Und alle tragen ihren Teil dazu bei, dass weniger Plastik herumliegt“, sagt der Stadtfest-Organisator.

Die Getränke-Preise sollen derweil stabil bleiben, kündigt er an. Im vergangenen Jahr waren 0,4 Liter Pils überwiegend für 4 Euro erhältlich.