Zwölf neue Fälle registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag, 28. März, in Frankfurt (Oder). In den vergangenen sieben Tagen wurden in der kreisfreien Stadt insgesamt 104 Neuinfektionen gezählt. Die auf 100.000 hochgerechnete Sieben-Tage-Inzidenz stieg damit auf 180,1 – nach Elbe-Elster (267) und Oberspreewald-Lausitz (182) der inzwischen dritthöchste Wert im Land Brandenburg.

Das Infektionsgeschehen wird diffuser

Bereits am Sonnabend hatte OB René Wilke eine Neubewertung der Lage angekündigt. Die Notbremse soll jetzt doch kommen, weil sich das Virus unkontrollierter ausbreite. Eine Rolle dabei spielt offenbar auch die britische Virusmutation B.1.1.7, die inzwischen rund 75 Prozent der Fälle ausmacht und die auch vom Gesundheitsamt der Stadt als ansteckender eingeschätzt wird.
Welche Lockerungen zurückgenommen werden, darüber will die Stadtverwaltung am Montag entscheiden. Die Rückkehr zu strengeren Kontaktbeschränkungen (ein Haushalt plus eine haushaltsfremde Person) ist wahrscheinlich. Noch völlig offen hingegen ist, ob Geschäfte, die derzeit für Terminshopping-Kunden geöffnet haben, wieder schließen müssen.
Seit Pandemiebeginn wurden in Frankfurt (Oder) 1664 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. 1443 Betroffene sind wieder genesen. 90 Menschen starben im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit. Zurzeit sind 131 Fälle aktiv.

Sieben Covid-Patienten werden derzeit künstlich beatmet

Auch am Klinikum Frankfurt (Oder) steigen die Patientenzahlen wieder an. Nach Angaben des DIVI-Intensivbettenregisters des RKI sind derzeit 9 von 15 Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt (Stand 28. März, 12.15 Uhr). Sieben Erkrankte müssen künstlich beatmet werden. Bei Bedarf kann das Klinikum die Zahl der Intensivbetten mit Beatmungsgerät auf 30 aufstocken.
Auch Polen meldet weiter hohe Infektionszahlen. 27 neue Corona-Fälle registrierte das polnische Gesundheitsministerium für den 47.000 Einwohner zählenden Landkreis Słubice am Sonntag. Knapp 600 Słubicer sind derzeit in Quarantäne. In Frankfurt (Oder) befinden sich ebenfalls fast 600 Einwohner in häuslicher Isolation.
Der Bedarf an Antigen-Schnelltests kurz vor Ostern ist groß. Im Testzentrum der Stadt auf dem Messegelände sind für die kommende Woche alle Termine ausgebucht. Aktuell gibt es erst am Dienstag, 6. April, wieder freie Termine.
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