Nach der Oderweihnacht am Rathaus ist nun auch der Weihnachtsmarkt in der Kirche St. Marien in Frankfurt (Oder) offiziell abgesagt worden. Er hätte im Dezember am zweiten und dritten Adventswochenende stattfinden sollen.
„Wir haben noch bis zum Sonnabend hin und her überlegt, uns dann aber dagegen entschieden. Am Sonntag wurden die Händler über die Absage informiert“, berichtet Michael Thieme, Mitorganisator und Sprecher der Handwerkskammer. Das Risiko – sowohl was das Infektionsgeschehen, aber auch finanzielle und Haftungsfragen betrifft – sei zum derzeitigen Zeitpunkt einfach zu groß.

53 Händler hatten sich bereits angemeldet

„Selbst wenn die Verordnungslage im Dezember wieder eine Durchführung ermöglicht hätte, müssten einfach zu viele Regeln und Beschränkungen eingehalten werden. Der Weihnachtsmarkt wäre nicht mehr das gewesen, was er sein soll“, erklärt er. Bis Ende September hatte es 53 Anmeldungen von Händlern und Vereinen gegeben, im vergangenen Jahr waren es 65.
Zuletzt waren die Überlegungen für das Hygienekonzept dahingegangen, Besuchern über vorab gebuchte Zeitfenster einen Besuch mit Maske in der Kirche zu ermöglichen. Das ist nun hinfällig.

„Wir sind in St. Marien und nicht im Stadion“

„Wir wollten uns am Ende auch keinen Corona-Frust abholen. Wir sind eine friedliche Runde und machen das alles ehrenamtlich. Wie hätten wir die Maskenpflicht durchsetzen sollen? Wir sind in St. Marien und nicht im Stadion. Und Security-Mitarbeiter wollten wir nicht extra dafür einstellen“, so Thieme.
Den über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Markt in der Marienkirche gibt es bereits seit 1999. Händler, das Handwerk und Vereine stellen sich und ihre Arbeit vor, laden zum Schauen und Kaufen ein. Der Sakralbau erstrahlt im weihnachtlichen Glanz, es riecht nach Apfelpunsch und Crêpes.

Bis zu 9000 Besucher kommen jedes Jahr

Das besondere Ambiente lockt Jahr für Jahr an den vier Tagen insgesamt bis 9000 Besucher an. Michael Thieme ist zuversichtlich, dass all das im Dezember 2021 wieder möglich sein wird. „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, die müssen und werden wir auch überstehen. Ich bin da Optimist.“
Bereits in der vergangenen Woche waren die Oderweihnacht der Messe- und Veranstaltungs GmbH sowie die Weihnachtskirmes auf dem Brunnenplatz abgesagt worden. Beides sollte ursprünglich am 23. November starten. „Wir bemühen uns, zusammen mit den Händlern in der Karl-Marx-Straße im Dezember wenigstens ein bisschen weihnachtliches Flair und einzelne Stände zu ermöglichen. Das wird aber wenn, dann nur punktuell und mit ausreichendem Abstand zueinander möglich sein“, informierte Oberbürgermeister René Wilke am Montag im Wirtschaftsausschuss.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.