Demo gegen Rechts und AfD
: Bündnis in Frankfurt (Oder) ruft ebenfalls zu Protest auf

Update 22.1. Hunderttausende protestieren in Deutschland gegen Rechtsextreme und die AfD. Nun ist auch in Frankfurt (Oder) eine Demo geplant.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Eine von vielen Demos gegen Rechts am Wochenende, jetzt soll auch in Frankfurt (Oder) demonstriert werden.

Thomas Frey/dpa

Ob in Hamburg, Köln, München oder Leipzig, Chemnitz und Cottbus: In Dutzenden Städten gehen Hunderttausende gegen rechts auf die Straße. Jetzt soll es auch in Frankfurt (Oder) eine Demo geben.

Das Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“ sowie ein breites zivilgesellschaftliches Unterstützerumfeld rufen für Sonnabend, 27. Januar, zu einer Demonstration unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ auf. Der Demonstrationszug soll nach Angaben der Organisatoren um 13 Uhr am Bahnhof in Frankfurt starten und anschließend durch die Innenstadt führen. Zur genauen Route gebe es derzeit noch Abstimmungen mit der Polizei, berichtet Jan Augustyniak, der die Demo für das Bündnis angemeldet hat.

Die Demo findet im bundesweiten Kontext der laufenden Proteste gegen die AfD nach den Enthüllungen des Recherchenetzwerk Correctiv statt.

Correctiv–Recherchen haben Demos gegen rechts ins Rollen gebracht

Die Correctiv–Recherchen zum Geheimtreffen in Potsdam haben in den letzten Tagen eine bundesweite Protestwelle ausgelöst. Als „Geheimplan gegen Deutschland“ und „Vorgeschmack auf das, was passieren könnte, sollte die AfD an die Macht kommen“ — so hatte Correctiv seine Enthüllungen zum Treffen von Rechten in Potsdam bezeichnet. Neben Rechtsextremisten und Mitgliedern der umstrittenen Werteunion waren dabei auch ranghohe AfD–Mitglieder anwesend.

Die Teilnehmer sollen über die Möglichkeiten einer „Remigration“ von Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert haben. De facto ging es um die Abschiebung von Millionen von Menschen anhand von rassistischen Kriterien. Viele haben seitdem genug und demonstrieren für Demokratie und Menschenrechte — und gegen Rechtspopulismus. In ganz Deutschland soll es laut Correctiv allein am Wochenende rund 100 angemeldete Proteste gegeben haben, darunter unter anderem auch in Spremberg und Cottbus.

Demo für 27.1. in Frankfurt (Oder) angemeldet

„Für uns ist klar: Wir können die Rechten aufhalten, wenn wir als Gesellschaft klare Kante gegen menschenverachtende Ideologien zeigen und uns eindeutig gegen die AfD positionieren“, heißt es im Aufruf zur Demo für den 27. Januar. „Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wollen wir ein deutliches Signal senden: Nie wieder ist jetzt!“

Der Linken–Stadtverordnete und Demo–Anmelder Jan Augustyniak hatte bereits am Sonntag erklärt: „Die Recherchen von Correctiv haben viele Menschen in unserer Doppelstadt aufgeschreckt. Deshalb wollen wir einmal mehr für eine offene, solidarische und gerechte Gesellschaft demonstrieren“.

Im Anschluss an die Demonstration findet an diesem Tag im Kleist Forum ab 18 Uhr außerdem eine Gedenkveranstaltung anlässlich des Holocaust–Gedenktages statt, zu der die Stadt einlädt.

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