Demo in Frankfurt (Oder): Auch Angriff auf Israel bei „Freigeister“-Protest ein Thema

In Frankfurt (Oder) fanden sich einige Hundert Menschen zu einer Demo zusammen. Die Organisatoren hatten Fahnen zahlreicher Nationen bereit, die sie unter den Teilnehmern verteilten.
Selim PekelAm Samstag (21. Oktober) fand in Frankfurt (Oder) eine etwa dreistündige Demo statt, die von den „Frankfurter Freigeistern“ mitorganisiert wurde. Etwa 350 Menschen versammelten sich zunächst auf dem Platz der Republik.
Nicht nur ein beachtlicher Teil der Demonstranten kam nicht aus Frankfurt (Oder) angereist, sondern — bis auf AfD–Politiker Wilko Möller — auch alle Redner der Veranstaltung.
Entmachtungsfantasien und Verschwörungstheorien
Zur Sprache kamen die Maßnahmen während der Corona–Pandemie, die Inflation, die Waffenlieferungen an die Ukraine und auch die Rolle der Bundesregierung im Krieg zwischen Israel und der Hamas. Hin und wieder wurde die regierungskritische Haltung mit Verschwörungserzählungen begründet.

Auch die Reichsflagge und die preußische Flagge führten die Demonstranten mit.
Selim PekelEin aus Braunschweig angereister Mann etwa, der sich als Waldemar vorstellte, kritisierte beispielsweise die Spritpreisteurung und behauptete, dahinter stecke der Plan der Bundesregierung, Unternehmer im Güterverkehr zum Umstieg auf Elektro–Lastkraftwagen zu zwingen. Auch die Corona–Pandemie deutete er als von der Weltgesundheitsorganisation erfundene Erzählung zur Einschränkung der Freiheitsrechte. Die Regierung müsse aufgrund ihrer Politik „quasi sofort entmachtet“ werden, so der Redner weiter. Widerspruch aus dem Publikum oder seitens der Organisatoren gab es dazu nicht — es wurde Beifall geklatscht und zustimmend getrommelt und gepfiffen.
Auch Wilko Möller (AfD) spricht bei Demo in Frankfurt (Oder)
Aber auch der Krieg zwischen Israel und der Hamas standen auf der Tagesordnung. Antisemitische oder islamophobe Äußerungen fielen dabei nicht. Vielmehr gab es einerseits Kritik an den pro–palästinensischen Protesten in Berlin. Ein Redner beklagte, dass bei diesen Demonstrationen Polizisten verletzt worden sind.
Andererseits wies ein anderer Redner auch die Aussage von Außenministerin Annalena Baerbock zurück, die bei ihrem Staatsbesuch in Israel gesagt hatte: „In diesen Tagen sind wir alle Israelis.“ Diese Meinung könne er nicht teilen, wenngleich seine Gedanken bei den Opfern seien.

Wilko Möller sprach auf der Demo in Frankfurt (Oder).
Selim PekelAfD–Abgeordneter Wilko Möller, der als Überraschungsgast an letzter Stelle auf die Bühne kam, griff das Thema ebenfalls auf. Ihn besorge die Aussage, dass Israels Sicherheit deutsche Staatsräson sei, sagte Möller. Es sei richtig, die „widerwärtigen Verbrechen“ der Hamas zu verurteilen, führte er aus, und Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung. Er sei aber dagegen, dass, sollte diese Frage zur Debatte stehen, deutsche Soldaten in Israel kämpfen.

