Demo in Frankfurt (Oder): Zeichen gegen Rechtsextreme und für Demokratie

Schon häufiger organisierte die Intiative „Frankfurt (Oder) bleibt bunt“ Kundgebungen und Demonstrationen für Demokratie und den Schutz von Minderheiten. (Archivfoto)
Selim PekelEs ist die dritte große Protestaktion gegen Rechtsextremismus in diesem Jahr in Frankfurt (Oder). Am Sonnabend (7.9.) organisiert das Bündnis „Frankfurt bleibt bunt“ zunächst eine Demo unter dem Motto „Stabil bleiben – gemeinsam für Demokratie“. Los geht es um 13 Uhr am Bahnhof. Ziel ist der Marktplatz, wo von 15 bis 21 Uhr eine Kundgebung und ein Demokratie-Fest stattfindet.
Mit „The Toten Crackhuren im Kofferraum“ und „Antifuchs“ treten dann auch bekannte Musikerinnen in der Oderstadt auf. Außerdem soll es Reden von Vereinen und Viadrina-Vertretern geben, aber auch eine Podiumsdiskussion mit OB René Wilke. Für Kinder wird eine Hüpfburg aufgebaut.
Vor den Landtagswahlen am 22. September in Brandenburg will die Initiative „Frankfurt bleibt bunt“ damit ein „deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit setzen“, heißt es in der Pressemitteilung. Denn Demokratie sei nicht selbstverständlich.
Antifuchs rappt in Frankfurt (Oder) für Demokratie und Vielfalt
Für die Kundgebung konnten Live-Acts mit Strahlkraft gewonnen werden. Die deutschlandweit bekannten Punkrockerinnen „The Toten Crackhuren im Kofferraum“ etwa hatten vor ein paar Jahren mit „Ich und mein Pony“ einen Hit gelandet. In ihren Texten bieten sie oft Machos Paroli: „Du sagst, mein Arsch ist dir zu fett? (...) Ich zerquetsch’ mit meinem fetten Arsch das Patriarchat.“

Ein Zeichen für freie Meinungsäußerung: Noch derber als ihre Künstlernamen sind die Texte der Musikerinnen Luise Fuckface (l-r), Stehfanje, Crackhure 19, Kristeenager, Lynn Love und Netja Triebeltäter von der Band The Toten Crackhuren im Kofferraum.
Britta Pedersen (picture alliance / dpa)Mindestens genauso populär ist die Rapperin Antifuchs („Neongold“), deren letztes Album FEMINEM für viele Preise nominiert wurde. Auch ihre Texte besingen starke Frauen, die sich wehren können. Weiterhin tritt mit „Korridor“ auch eine Band aus Frankfurt (Oder) auf, hinzu kommt die Gruppe „Blech 4“ des Brandenburgischen Staatsorchesters.
Mit dem vielfältigen Programm wollen die bunten Demokraten Räume zurückerobern. Denn Rechtsextreme und Antidemokraten würden zunehmend Diskurse in Politik und Öffentlichkeit besetzen, schreiben die Veranstalter. Der demokratische Konsens – entstanden dank hartnäckiger Arbeit Engagierter aus Politik, Kultur, Bildung und Zivilgesellschaft – sei dadurch brüchig geworden.
Diskussion mit OB zu Rechtsextremismus in Frankfurt (Oder)
Nun gebe es jedoch eine Trendwende. Die Veranstalter hoffen jetzt auf das Entgegentreten von Frankfurter Unterstützern der Demokratie. Wie das geht, wird auch auf der Podiumsdiskussion mit René Wilke geklärt. Sie befragt den „Umgang mit Rechtsextremismus auf lokaler Ebene“.
Neben der anstehenden Landtagswahl und möglicher Wahlerfolge der AfD treibt die Veranstalter dabei auch der „besonders starke Anstieg rechtsextremer Gewalt“ und „rassistischer Vorfälle“ im vergangenen Jahr in Frankfurt (Oder) um, den die Vereine Opferperspektive und Utopia zuletzt konstatiert hatten, so die Veranstalter.
Der Besuch der Kundgebung ist kostenlos. Getränke können vor Ort erworben werden.

