Fünf Grabplatten hat es erwischt. Die teilweise starken Frühlingsgewitter der vergangenen Wochen haben auf dem Friedhof in Słubice Schäden angerichtet, berichtet Roland Semik, ehrenamtlicher Denkmalpfleger. Er kümmert sich um den Friedhof, der verwaist am Ortsrand liegt, Richtung Industriegebiet. Betroffen von den Wetterschäden sei unter anderem auch Begräbnissstätte Nr. 835.
Die durchgebrochene Sandsteinplatte erinnert an eine Esthera, Tochter von Hirsch Präger aus Berlin und Witwe von Awraham Oppenheim. Die Grabplatten „sind ca. 200 bis 300 Jahre alt, also der Renovierungsbedarf ist dringend, damit die Platten nicht weiter krümeln“, so der Ehrenamtler.

Spenden für Restaurierung der Grabplatten an Stiftung zum Schutz des jüdischen Kulturerbes

„Die Renovierung jeder einzelnen Grabplatte von einem professionellen Denkmalkonservator kostet 450 bis 800 Euro netto“, erklärt Semik. Der Friedhof ist dabei auf Spenden angewiesen, Unterstützung aus Słubice und Frankfurt (Oder) sei deswegen herzlich willkommen. Überwiesen werden kann online an die Stiftung zum Schutz des jüdischen Kulturerbes in Warschau, seit 2007 formell Eigentümerin des Friedhofs, unter https://fodz.pl/?d=16&l=en, Verwendungszweck: Słubice.
Der ehrenamtliche Denkmalschützer Roland Semik (2.v.r) aus Słubice hat die Auszeichnung "Preserving Memory" (Erinnerung bewahren) erhalten. Sie wird schon seit 25 Jahren während des Festivals der jüdischen Kultur in Krakau vergeben.
Der ehrenamtliche Denkmalschützer Roland Semik (2.v.r) aus Słubice hat die Auszeichnung "Preserving Memory" (Erinnerung bewahren) erhalten. Sie wird schon seit 25 Jahren während des Festivals der jüdischen Kultur in Krakau vergeben.
© Foto: Roland Semik
Der Direktor dieser Stiftung war es auch, der Roland Semik jüngst für eine besondere Auszeichnung nominiert hatte. Piotr Puchta, ehemaliger Diplomat und stellvertretender Botschafter Polens in Israel, schlug Semik für das „Preserving Memory“-Diplom (Erinnerung bewahren) vor. Dieses werde schon seit 25 Jahren während des Festivals der jüdischen Kultur in Krakau vergeben und ist für polnische Ehrenamtler vorgesehen, die sich aktiv um jüdisches Kulturerbe kümmern – obwohl sie selbst keine jüdischen Vorfahren haben, erklärt Semik. Am 26. Juni erhielt er in Krakau seine Urkunde.

Friedhof soll zugänglicher werden

Im Begleitheft wurde auch der spektakuläre Fund samt Rettungsaktion aus dem vergangenen Jahr wiedergegeben, als Roland Semik den historischen Waschbrunnen des alten jüdischen Friedhofs von Frankfurt (Oder) fand und auf das Gelände in Słubice bringen ließ.
„Für mich ist das bestimmt eine Form der Anerkennung, aber vor allem auch eine Motivation für die Zukunft, weil mir gleichzeitig ganz bewusst wird, dass es noch viel zu tun gibt“, so der Słubicer über die Auszeichnung. Dass es noch genug Arbeit gebe, um den Friedhof, der erstmals 1399 Erwähnung fand, zu erhalten, das motiviere ihn, sagt Roland Semik.
Seit Jahren setzt sich der Ehrenamtler dafür ein, dass der jüdische Friedhof besser zugänglich ist. Seit 2010 bemüht sich der Słubicer zudem, auf Lokalgeschichte aufmerksam zu machen. Er ist auch Mitglied im Historischen Verein von Frankfurt (Oder).
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