Er ist Gründer und das bekannteste Gesicht der PARTEI: Martin Sonneborn. Am Montag machte der EU-Abgeordnete in Frankfurt Wahlkampf. Nach einer Rede vor dem Rathaus ging es zum Wikipedia-Denkmal in Słubice. Dort kniete sich Sonneborn, angelehnt an die berühmte Geste Willy Brandts 1970 in Warschau, auf den Boden und legte einen Kranz "in Gedenken an das freie Internet" nieder – eine Protestaktion gegen die kürzlich beschlossene Urheberrechtsreform.
Umfragen zur Europawahl sehen die Satirepartei bundesweit bei 1,5 Prozent. Auf der Liste der PARTEI findet sich mit Tobias Dittrich auch der einzige Kandidat aus Frankfurt überhaupt, er steht auf Platz 16. Vor ihm stehen Namen, die auf die NS-Zeit anspielen – darunter Lisa Bombe, Kevin Göbbels und Fabian Heß. Und zwar aus "wahltaktischen" Gründen: Es ist der provokante Versuch der Kleinpartei, rechtsextremen Vereinigungen Wähler abspenstig zu machen. Trotz des hinteren Listenplatzes sieht der 29-jährige Versicherungsvermittler Dittrich durchaus Chancen für sich – "wenn alle vor mir ausfallen". Der Frankfurter Kreisverband der PARTEI ist mit 50 Mitgliedern einer der größten in Brandenburg.