Doppelstadt
: Das ist am Europatag in Frankfurt (Oder) los

Der Europatag ist 2020 in Frankfurt anders – online und analog, mit Musik, Demo und einem Buch.
Von
Lisa Mahlke
Frankfurt (Oder)
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  • Der Europatag ist in diesem Jahr auch in Frankfurt (Oder) anders, findet aber statt – online und analog, mit Musik, Demo und einem Buch. Vor zwei Wochen gab es die erste Demo für offene Grenzen, am Samstag gehen wieder Menschen auf die Straße.

    Der Europatag ist in diesem Jahr auch in Frankfurt (Oder) anders, findet aber statt – online und analog, mit Musik, Demo und einem Buch. Vor zwei Wochen gab es die erste Demo für offene Grenzen, am Samstag gehen wieder Menschen auf die Straße.

    Peggy Lohse
  • Das Staatsorchester spielt die Europahymne.

    Das Staatsorchester spielt die Europahymne.

    Winfried Mausolf
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20 Partner aus Frankfurt und Słubice hatten zum zehnten Mal ein Programm für diesen Tag vorbereitet, das durch Corona so nun nicht stattfinden kann. Kleine Aktionen gibt es aber trotzdem – und zwar nicht nur online. Um 14 Uhr spielt das Bläserensemble „Brix Bras“ des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt auf den Treppen der Konzerthalle die Europahymne. Wer zufällig zu dieser Zeit an der Oder spazieren geht, kann also etwas Musik genießen.

Ein weiterer musikalischer Beitrag kommt von der Transvocale-Band. Ab 12 Uhr wird das Lied „Wichtig sind Tage, die unbekannt sind“ in den sozialen Medien zu sehen sein, zum Beispiel auf den Facebook-Seiten des Smok und auf „Frankfurt und Słubice: Doppelt schön“. Den Song hat die Stadtmarketingabteilung der MuV in Kooperation mit dem Słubicer Kulturhaus Smok und dem Verein Transvocale aufgenommen. "Es ist das erste Mal auf Deutsch und Polnisch“, sagt Stadtmarketing-Leiter Tomasz Pilarski. Das Lied ist ursprünglich von Marek Grechuta; Gerhard Gundermann schrieb später eine eigene Fassung davon.

Das Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum zeigt unter frankfurt-oder.de, frankfurt-slubice.eu, muv-ffo.de, slubice.pl, in den sozialen Medien ein Video, in dem sich Akteure der Doppelstadt über Europa äußern. Das Europe Direct Informationszentrum Frankfurt lädt zu digitalen Beteiligungsaktionen der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlamentes ein, 14 Uhr.

Zweite Demonstration

Unter dem Motto „Mehr Europa wagen! Grenzen auf!“ veranstaltet der Verein Słubfurt zusammen mit dem Verein Unsere Miasto – Nasze Stadt wieder eine Demonstration, 17 Uhr. Konkret geht es dabei um die Grenzöffnung auch für Ärzte, Krankenschwestern, Pflegepersonal und alle Bürger beider Städte. Ein Anliegen insgesamt, so Michael Kurzwelly von Słubfurt, ist, Europa näher zusammenrücken zu lassen, etwa mit einem gemeinsamen Gesundheits- und Sozialwesen, „auch wenn es momentan nach einer Utopie klingt“. Vielleicht, sagt er, hatte die Demo am 24. April einen kleinen Anteil an der aktuellen Lockerung. „Aber es ist unsere Pflicht, weiter Druck zu machen, bis die Grenzen offen sind.“ Die Teilnehmerzahl ist auf 50 beschränkt, wer mitmachen will, meldet sich vorher bei Kurzwelly (arttrans@arttrans.de).

Liebeserklärung an die Städte

Minibuch-Autor Erik Rohrbach und Katrin Becker vom Kooperationszentrum haben mit „(Lebens)linien der Doppelstadt“ eine Liebeserklärung an Frankfurt und Słubice verfasst, die sie eigentlich am Samstag vorstellen wollten. „Das Miniaturbuch wird bis zum Europatag natürlich fertig“, verspricht Erik Rohrbach und kündigt „39 erlebte Geschichten, tolle Fotos und 20 wunderschöne, gemalte Bilder aus unserer Doppelstadt“ an. In kurzen Episoden erzählen die Autoren, wie sie im Laufe der Jahre auf bunten Fahrrädern beide Städte erkundeten (Katrin Becker) und dass die erste Wohnung in der Stadt mit Ofenheizung war (Erik Rohrbach). Es geht um Heimat und Ankommen, um das Miteinander nicht nur von Deutschen und Polen, um das Thema Kulturhauptstadt, um Fußball, ums Ausleihen von Kinderbüchern auf dieser und der anderen Seite des Flusses, um Europa. Katrin Becker und Erik Rohrbach wollen die Vorstellung ihres Büchleins im Juli oder August nachholen.