Eis auf der Oder
: Fluss zugefroren, Eisschollen kommen in Frankfurt zum Stehen

Das hat Frankfurt (Oder) seit vielen Jahren nicht erlebt: Die Oder ist zugefroren, über Nacht kamen die Brieger Gänse zum Stehen.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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In Frankfurt (Oder) ist das Eis am Mittwoch (4.2.) zum Stehen gekommen, der Fluss ist zugefroren.

In Frankfurt (Oder) ist das Eis zum Stehen gekommen, der Fluss ist zugefroren.

Thomas Gutke
  • Die Oder ist in Frankfurt (Oder) größtenteils zugefroren, Eis kam über Nacht zum Stehen.
  • Nach wochenlangen Minusgraden schoben sich die „Brieger Gänse“ übereinander.
  • Pegel stieg von 1,64–1,67 m auf 2,98 m; seit Dienstagvormittag (3.2.) sprunghaft.
  • Erste Hochwasseralarmstufe bei 4,20 m; Feuerwehr sieht (noch) keinen Grund zur Sorge.
  • Baustelle an der nördlichen Oderpromenade: Baugrube vorsorglich vor Eisstand geflutet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ungläubiges Staunen am Mittwochmorgen (4.2.) an der Promenade in Frankfurt (Oder): Über Nacht sind die Brieger Gänse zum Stehen gekommen, der Fluss ist größtenteils zugefroren. Nach wochenlangen Minusgraden in der Region hat der Eisstand nun also auch die Doppelstadt erreicht – ein Naturschauspiel, das es seit vielen Jahren nicht gegeben hat.

Bereits am Dienstagabend hatten sich die nach Norden treibenden Eisschollen in Frankfurt (Oder) immer dichter zusammengeschoben. In der Nacht und ab den frühen Morgenstunden bewegte sich dann nichts mehr. An vielen Stellen schoben sich die Brieger Gänse übereinander. Nur vereinzelt sah und sieht man kleine Rinnen, die den Blick auf das darunter liegende Wasser freigeben.

Der seltene Anblick zog bereits am Morgen viele Frankfurterinnen und Frankfurter an den Fluss – und in den Bann. Der eine oder andere fühlte sich angesichts der vereinzelt aufgetürmten Eisschollen an das berühmte Bild „Das Eismeer“ von Caspar David Friedrich erinnert. Eine Anwohnerin meinte: „Die Oder ist stehen geblieben, ich bin so aufgeregt. Wie schön ist das denn?“

Auch auf dem Ziegenwerder bot sich Spaziergängern ein beeindruckendes Bild: Das Eis auf dem Fluss schuf einige bizarre Formationen und drückte an die Ufer. An vielen Stellen ließen sich zudem Vögel auf den aufgestauten Brieger Gänsen nieder. Die Eisgrenze rückt nun weiter Richtung Eisenhüttenstadt vor – allerdings soll ab Donnerstag (5.2.) Tauwetter einsetzen.

  • Der Fluss in Frankfurt (Oder) ist nach 16 Jahren wieder zugefroren.

    Der Fluss in Frankfurt (Oder) ist nach 16 Jahren wieder zugefroren.

    Thomas Gutke
  • Die Brieger Gänse auf der Oder stehen still.

    Die Brieger Gänse auf der Oder stehen still.

    Winfried Mausolf
  • Blick auf die Stadtbrücke

    Blick auf die Stadtbrücke

    Winfried Mausolf
  • Beeindruckende Bilder von der zugefrorenen Oder gibt es zu entdecken. Der Fluss ist auch zum Touristenmagnet geworden.

    Der Eisstand der Oder aus der Vogelperspektive.

    René Matschkowiak
  • Eisstand in Frankfurt (Oder)

    Eisstand in Frankfurt (Oder) von der Brücke aus gesehen

    Lisa Larossa
  • Viele Möwen tummeln sich aktuell an der Oder.

    Viele Möwen tummeln sich aktuell an der Oder.

    Winfried Mausolf
  • Die Oder ist zugefroren. Das kommt nur alle paar Jahrzehnte vor wenn überhaupt.

    Eingefrorener Fluss: Der Bootsanleger am Holzmarkt in Frankfurt (Oder)

    René Matschkowiak
  • Die Brieger Gänse stehen still - Blick von der Stadtbrücke

    Die Brieger Gänse stehen still. Blick von der Stadtbrücke

    Lisa Larossa
  • Eisstand in Frankfurt (Oder)

    Eisstand in Frankfurt (Oder) am Schiffsanleger am Holzmarkt

    Thomas Gutke
  • Eisstand in Frankfurt (Oder)

    Eisstand in Frankfurt (Oder): Für die Brieger Gänse geht es nicht mehr weiter.

    Thomas Gutke
  • Eisstand in Frankfurt (Oder)

    Eisstand in Frankfurt (Oder) von der nördlichen Promenade aus gesehen

    Lisa Larossa
  • Das Eis staut sich jetzt auch bei Frankfurt (Oder)

    Wie ein eisiges Meer: Eisstand in Frankfurt (Oder)

    Thomas Gutke
  • Die Brieger Gänse auf der Oder stehen still.

    Die Brieger Gänse auf der Oder stehen still.

    Winfried Mausolf
  • Die Oder ist zugefroren. Blick von der Stadtbrücke

    Die Oder ist zugefroren. Blick von der Stadtbrücke

    Lisa Larossa
  • Eisstand in Frankfurt (Oder)

    Am Mittwoch (4.2.) kamen die Eisschollen in Frankfurt (Oder) zum Stehen.

    Thomas Gutke
  • Die Brieger Gänse auf der Oder stehen still.

    Die Brieger Gänse auf der Oder stehen still.

    Winfried Mausolf
  • Vor dem Ziegenwerder türmt sich das Eis.

    Vor dem Ziegenwerder türmt sich das Eis.

    Lisa Larossa
  • Beeindruckende Bilder von der zugefrorenen Oder gibt es zu entdecken. Der Fluss ist auch zum Touristenmagnet geworden.

    Die zugefrorene Oder unweit des Bootsanlegers am Holzmarkt.

    René Matschkowiak
  • Die Oder ist zugefroren. Das kommt nur alle paar Jahrzehnte vor wenn überhaupt.

    Eisstand in Frankfurt (Oder)

    René Matschkowiak
  • Beeindruckende Bilder von der zugefrorenen Oder gibt es zu entdecken. Der Fluss ist auch zum Touristenmagnet geworden.

    Der Eisstand rückt weiter in Richtung Brieskow-Finkenheerd und Eisenhüttenstadt vor.

    René Matschkowiak
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Bereits vor mehr als einer Woche hatte der Eisstau den Bereich zwischen Kostrzyn und Lebus erreicht und war seitdem etwas langsamer Richtung Süden, also Frankfurt (Oder) gewandert. Nachdem die Temperaturen in den vergangenen Tagen noch einmal zweistellige Minusgrade erreicht hatten, trieben ab dem Wochenende wieder viele Brieger Gänse auf, die sich dann zum Wochenbeginn zunehmend verdichteten.

Pegel der Oder steigt sprunghaft von 1,67 Meter auf 2,98 Meter an

Dass sich das Eis auf dem Fluss und damit auch das Wasser staut, ist auch an den Pegelständen abzulesen. Tagelang pendelte der Wasserstand laut dem Pegelportal des Landesumweltamtes zwischen 1,64 Meter und 1,67 Meter. Seit Dienstagvormittag (3.2.) ging es dann vergleichsweise steil um über einen Meter nach oben.

Am Mittwoch um 4 Uhr erreichte der Pegel seinen bisherigen Höchstwert von 2,98 Meter. Ungewöhnlich ist dies nicht, denn wenn sich Eisschollen stauen, bilden sie für das fließende Wasser eine Barriere, es kann nur langsam abfließen.

Grund zur Beunruhigung besteht laut Frankfurter Feuerwehr trotzdem (noch) nicht. Denn bis zum Erreichen der ersten Hochwasseralarmstufe in Frankfurt (Oder), die bei 4,20 Meter ausgerufen wird, fehlen weiterhin noch rund 1,20 Meter. Die Doppelstadt profitiert also aktuell vom wochenlangen Niedrigwasserstand.

Genau beobachtet wird die Situation natürlich trotzdem – insbesondere, was die mit einer provisorischen Spundwand gesicherte Baustelle des Landesumweltamtes an der nördlichen Oderpromenade betrifft, wo in den Hochwasserschutz investiert wird. Mit der Flutung der Baugrube wurde aus Sicherheitsgründen daher bereits vor Erreichen des Eisstandes begonnen.

Blick in die Geschichte: Wann die Oder zuletzt zugefroren war

Allzu häufig passiert es nicht, dass die Oder auch in Frankfurt (Oder) zufriert. Zuletzt reichte Ende Januar 2010 die Eisdecke auf dem Fluss vom Stettiner Haff bis nach Eisenhüttenstadt. Damals wurden in der Doppelstadt Temperaturen von minus 22 Grad gemessen. Auch Mitte Januar 2009 kamen die Eisschollen in Frankfurt zum Stehen, der Eisgang ließ die Pegel ebenfalls anschwellen.

Das Eis staut sich jetzt auch bei Frankfurt (Oder)

Das Eis staut sich jetzt auch bei Frankfurt (Oder)

Thomas Gutke

1982 sorgten die auf über 100 Kilometern Länge zugefrorene Oder und Eisstau für eine kritische Hochwasserlage zwischen dem Oderbruch und Ratzdorf bei Eisenhüttenstadt. Hunderte Helfer befestigten die Deiche vor allem im Bereich des Heizkraftwerkes Brieskow-Finkenheerd, am Ende ging alles gut aus. Während des Katastrophenwinters 1978/1979 fror der gesamte Fluss laut damaligen Zeitungsberichten binnen einer Woche bis nach Frankfurt (Oder) zu. Das für die Stadt größere Problem waren seinerzeit jedoch vor allem die Schneemassen.

Zugefroren war die Oder unter anderem auch im Januar 1945, wenige Monate vor Ende des Zweiten Weltkrieges, was sowjetische Truppen nördlich von Frankfurt zum Übersetzen nutzten. Und ein noch weiterer Blick zurück: Auch 1929 und 1932 hatte arktische Kälte die Stadt fest im Griff. Wie aus vor einigen Jahren in der MOZ veröffentlichten Zeitzeugenberichten hervorgeht, liefen die Menschen sogar Schlittschuh auf dem Oder-Nebenarm in der damaligen Dammvorstadt, heute Słubice.