Exklusives Video: Der Helenesee bei Frankfurt (Oder) und seine Geschichte auf 16-mm-Schmalfilm

Der Helenesee bei Frankfurt (Oder) zu DDR-Zeiten: Nachdem die Braunkohleförderung eingestellt wurde, kam das Grundwasser zurück und ein Naherholungsgebiet entstand. Das Amateur Film Centrum Frankfurt hat den Wandel 1978 dokumentiert.
Ingeborg HeyseBeide haben in dem früheren Braunkohletagebau als Gleisbauer gearbeitet. 30 Jahre später erinnern sich die ehemaligen Kumpel, begleitet von einer Kamera, bei einem Spaziergang um die „Kleine Ostsee“ an die entbehrungsreiche Arbeit inmitten einer „Mondlandschaft“.
Über die Geschichte des Naherholungsgebietes drehte das Amateur Film Centrum Frankfurt (AFC) einen Film, der 1978 uraufgeführt wurde: „Die schöne Helene“. Die Produktion im 16-mm-Color-Schmalfilmformat ist ein spannendes, fast vergessenes Zeitzeugnis. Zum einen hält der Film die Erinnerung an Bergbaugeschichte wach. Zum anderen wird deutlich, wie aus der Tagebaugrube ein DDR-Ferienparadies, ein Sehnsuchtsort für viele Menschen in der Region wurde. In einer Gemeinschaftsaktion mit dem Stadtarchiv Frankfurt (Oder) ist der Film jetzt in voller Länge auf der Internetseite der Märkischen Oderzeitung abrufbar.
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Das AFC existierte bis Ende 1990. Es bestand aus verschiedenen Amateurfilmgruppen von Frankfurter Betrieben und Vereinen, hatte mehr als 50 Mitglieder, die in ihrer Freizeit Filme machten, und galt als eines der profiliertesten Studios in der DDR. Viele ihrer Filme dokumentieren die Entwicklung der Stadt und der Betriebe, aber auch das normale Leben in Frankfurt und im einstigen Bezirk. Auch auf der ersten Filmschätze-DVD der MOZ, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv entstand, stammen viele Szenen aus Produktionen des AFC. Eine der bekanntesten ist der 1989 gedrehte Film „Oktoberfrühling“ über die Wendezeit in Frankfurt.
Auch „Die schöne Helene“ war ein Publikumserfolg. Zu DDR-Zeiten nahm er laut Ralf-Rüdiger Targiel vom Stadtarchiv mehrfach an Wettbewerben teil, unter anderem an dem der Arbeiterfestspiele 1978. Regie führte Heinz Thomas, für die Kamera zeichnete Olaf Ullmann verantwortlich. Beide schrieben auch das Buch.
60 Jahre Katja- und Helenesee
Der Helene- und der Katjasee feiern in diesem Jahr 60. Geburtstag. Ab 1932 wurde im Tagebau Katja Braunkohle gefördert, der Tagebau Helene ging 1943 in Betrieb. Der letzte Wagen mit Braunkohle verließ die Helene am 28. März 1958 – Bilder davon sind auch in dem Amateurfilm zu sehen. Ein Großteil der Tagebautechnik wurde anschließend in die Region Senftenberg verlegt, die Grundwasserabsenkung eingestellt – die Flutung der Restlöcher begann. Zum 1. Oktober 1960 stellte der Rat des Bezirkes das stillgelegte Braunkohlerevier unter Schutz. Damit war die Grundlage zur Entwicklung eines Nah-erholungsgebietes gelegt.
