Fair gehandelt: Souvenir in Vollmilch der Doppelstadt Frankfurt Oder Słubice

Die Schokolade gibt es in Annette Springsguths (l.) Bioladen in Frankfurt (Oder). Christina Katzer (r.) hat sie sich mit ausgedacht.
René MatschkowiakVerkostet wurde das Produkt von 14 Schülerinnen und Schülern der deutsch-polnischen Gruppen am Karl-Liebknecht-Gymnasium. Bei Projekttagen 2019 setzten sie sich mit fairem Handel am Beispiel Kakao und Schokolade auseinander. Anfangs hätten einige gedacht, es gehe darum, selbst Schokolade zu machen. „Aber es ging um Nachhaltigkeitsziele“, sagt Christina Katzer, Bildungsreferentin von der Initiative Globales Lernen an Oder und Spree (GLOS) im Mikado. Sie hat das Projekt initiiert, kennt Kakaobohnenanbau aus eigener Anschauung und engagiert sich schon länger dafür, die Doppelstadt zum Titel Fairtrade-Town zu führen, unter anderem mit Puerto Alegre e.V.. Ihre Schüler schauten eine Doku über die Arbeit von Kindern auf den Kakaobohnen-Plantagen. Sie setzten sich mit den schlechten Arbeitsbedingungen im konventionellen und den etwas besseren im fairen Handel auseinander.
Die Idee mithilfe eines lokalen Verkaufsdesigns für weniger aber dafür verantwortungsvollen und auch kostspieligeren Schokoladenverzehr zu werben, ist nicht neu. In Brandenburg (Havel) gibt es bereits eine Stadtschokolade. Fairtrade-Organisationen bieten die fair produzierte Schokolade, die Verpackung entwirft man selber. Die Schüler probierten verschiedene Produkte. Nicht nur Geschmack, auch Preis und Größe mussten stimmen, erklärt Christina Katzer.
Viele kleine Stücke
Am Ende setzte sich Gepa vor einem teureren österreichischen Hersteller durch. Die Wahl fiel auf eine populäre Vollmilch-Variante und eine zweite feine Zartbitter, die auch vegan ist. 24 kleine Stückchen enthält eine Tafel. Das war Katzer wichtig, denn normale Tafeln haben große Stücke, die zum Vielessen verleiteten. Eine Gruppe überlegte ein Design für die Banderole, eine andere, wie man in der Stadt die Schokolade bekannt macht, schrieb Werbetexte auf deutsch und polnisch. Die ersten Promo-Schokoladen wurden von Projektgeld finanziert und etwa bei der Frankfurt-Słubicer Stadtverordnetenversammlung im Dezember verschenkt. Andere Schüler suchten nach Verkaufspartnern. Sie fanden Annette Springsguth vom Bioladen, die die Schokolade nun auf eigene Rechnung verkauft und die speziell gestalteten Banderolen nachdruckt. Man sei auf der Suche nach weiteren Vertriebspartnern, so Katzer, besonders in Słubice – da gibt es die Schokolade nämlich noch nicht.