Feierstunde: Jugendweihen in Frankfurt (Oder) werden unter Corona-Bedingungen nachgeholt

Zoey Mayer von der Hutten-Oberschule und Ben Bölke von der Sportschule holen mit der Awo ihre Jugendweihe nach. Rita Barck begleitet die Jugendlichen zum letzten Mal vor der Rente. Die Jugendweihen in Frankfurt (Oder) werden an den kommenden Wochenenden unter Corona-Bedingungen nachgeholt.
Lisa MahlkeSchuhe fand sie damals noch nicht, das hat sie jetzt im Urlaub nachgeholt. Sie haben einen kleinen Absatz und sind auch golden. Jetzt wird die Jugendweihe der 13-Jährigen endlich nachgeholt, – in zwei Wochen. Was für diesen 5. September allerdings abgesagt werden musste, ist die Aftershowparty. Das teilte die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Veranstalter am Donnerstag mit.
Hintergrund ist die Allgemeinverfügung, mit der OB René Wilke am Mittwoch nach Corona-Fällen an der Schule familiäre Feiern für 7. und 9. Klassen sowie die Lehrerschaft des Karl-Liebknecht-Gymnasiums untersagt hatte. Schüler des Gymnasiums nehmen an den Jugendweihefeiern sowohl an diesem Wochenende als auch nächste und übernächste Woche teil (s. Infokasten). Bei der Firma Gastroplan gab es nach MOZ-Informationen am Donnerstag direkt Absagen von Familien. Bei der Awo waren seit Mai bis jetzt vier Jugendliche abgesprungen. Allerdings nur, weil sie zu den Ausweichterminen nicht können.
Für Ben Bölke von der Sportschule und seine Familie passt der neue Termin der Awo am 29. August. „Ich habe aber ein bisschen Angst, dass wir auch nicht feiern dürfen“, sagt er. Seit Mittwoch bekam seine Mutter Mandy schon einige Absagen für die Familienfeier. „Alle sind so verunsichert“, sagt sie. Nach jetzigem Stand will die Familie privat feiern – aber im kleinen Kreis, „nicht riesengroß“.
Familie Mayer wartet die kommenden zwei Wochen noch ab. Zwar wohnen Großeltern und Schwägerin ohnehin mit im Haus, da aber einige aus der Familien zur Risikogruppe gehören, sei noch nicht klar, ob die Feier im Garten wirklich stattfindet.
So wie ihre Vorgänger werden sich auch Zoey und Ben in ihren Reden bei Familien, Lehrern, Trainern bedanken. Als die Jugendweihe verschoben wurde, hatte Zoey ihre Rede schon so gut wie fertig. Die Schülerin der Hutten-Oberschule wird genauso wie der 14-jährige Ben auf der Bühne nun auch das aktuelle Thema schlechthin ansprechen: Corona.
Wäre seine Jugendweihe komplett ausgefallen, sagt Ben, hätte er zwar in Familie trotzdem ein wenig gefeiert. „Aber das findet nur ein Mal im Leben statt. Im Nachhinein hätte ich das schon schade gefunden“, sagt er. Rita Barck vom Kreisverband der Awo gibt ihm mit auf den Weg: „Da könnt ihr 20 Jahre später noch von erzählen, von dieser ganz besonderen Jugendweihe.“ Für sie ist es das letzte Mal, dass sie die Dankeswortsprecher begleitet, bevor sie im März in Rente geht. Dann übernimmt ihr Kollege Robert Pachaly.
Gefeiert wird nun in der größeren Messehalle 1. „Das Hygienekonzept ist 1A“, sagt Barck. Zwischen den Gästen werde fast zwei Meter Abstand gehalten, zwischen der Bühne und den Sitzreihen sind es sechs. Bestellt wurden 500 Masken und 500 Kugelschreiber, denn es gibt eine Maskenpflicht und jeder muss sich in eine Liste eintragen.
Für ein Foto dürfen die Jugendlichen die Maske voraussichtlich kurz auf der Bühne abnehmen. Diese wurde auf 20 Meter verlängert, um Abstand halten zu können. Der Awo-Vorstand kann dieses Mal auch nicht die Urkunden und Bücher direkt übergeben. Die muss sich jeder Schüler wohl selbst von einer fahrbaren Ablage nehmen.
Jugendstunden nachholen
Einige Jugendstunden, die in den Monaten vor den Festveranstaltungen einen Einblick in Berufe und Hobbys geben und die Schüler mit ihren Rechten und Pflichten ab 14 vertraut machen sollten, fielen aus. 2021 gehen die Exkursionen und Workshops aber weiter, die diesjährigen Jugendweihe-Teilnehmer dürfen dann nachträglich mitmachen.