Feuerwehrvergnügen
: Nach dem Ball zum Löscheinsatz

Seit über 20 Jahren veranstalten die Feuerwehren einen Ball. Dieses Mal mussten sie einige Stunden später zum Einsatz.
Von
Lisa Mahlke
Frankfurt (Oder)
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Alljährlicher Balltanz: Manuela und Thomas Walter. Er ist seit vielen Jahren Feuerwehrchef in Güldendorf.

René Matschkowiak

Ein Dankeschön für all die Nächte, in denen der Pieper geht und die Freiwilligen Einsätze fahren, soll der Feuerwehrball sein. Bei dem Ball — oder Feuerwehrvergnügen, wie Wolfgang Welenga, Leiter des Stadtfeuerwehrverbands, es nennt — kamen am Sonnabend wieder die Frankfurter Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Wehren aus Güldendorf, Booßen, Lossow, Hohenwalde, Rosengarten, Kliestow und Stadt–Mitte zusammen. Seit über 20 Jahren wird jedes Jahr gefeiert, erzählte Welenga. Einige Kameraden seien am Anfang noch zu jung zum Mitfeiern gewesen, wie der heute 36–jährige Stefan Deichsler aus Kliestow. Damals war er noch in der Jugendfeuerwehr und half beim Aufbau des Balls. Danach musste er aber wieder nach Hause, weil er noch nicht 18 war. Mittlerweile kommt er jedes Jahr. „Das ist ein anderes Flair als die Spannung beim Einsatz.“

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Seit 15 Jahren ist auch immer die Feuerwehr aus dem Niederlausitzer Striesow mit dabei und schenkt Bier aus. Was aber, wenn an einem solchen Abend etwas passiert? "Das wäre trotzdem abgesichert“, so Welenga. Die freiwillige Feuerwehr Lichtenberg nehme ohnehin schon seit Jahren nicht mehr am Ball teil, außerdem könnten die umliegenden Feuerwehren, etwa aus Brieskow–Finkenheerd, Lebus oder Jacobsdorf, unterstützen. Kurz nach 23 Uhr rückten dann wirklich zwei Einsatzwagen aus. Die Berufsfeuerwehr hatte auch in dieser Nacht Schicht. Der Einsatz war allerdings kurz, bei dem Notruf handelte sich um einen Wildunfall in Rosengarten, wie Wolfgang Welenga am Sonntag informierte.

Sonntagmorgen um kurz nach 6 Uhr mussten allerdings 30 Feuerwehrleute schon wieder fit sein. Neben der Berufsfeuerwehr fuhren auch die Freiwilligen aus Lossow und Güldendorf den nächsten Einsatz. In der Burgwallstraße in Lossow brannte zu dieser Zeit ein Haus. Nach einer Stunde war das Feuer gelöscht. Nähere Informationen konnten Polizei und Feuerwehr am Sonntag noch nicht geben.

Gefeiert wurde am Abend zuvor auf dem Feuerwehrball nicht nur unter Frankfurtern. Zu Besuch waren auch in alter Tradition die freiwillige Feuerwehr Słubice, Gorzów und Cybinka sowie die Słubicer Berufsfeuerwehr. Ilona und Wojciech Garbatowski kommen seit 2002 jedes Jahr zu der Veranstaltung. Sie arbeitet bei der Frankfurter Berufsfeuerwehr, ihr Mann seit fast 30 Jahren in Słubice. Durch gemeinsame Übungen und etwa den Einsatz beim Brand auf dem Słubicer Basar vor zwölf Jahren kenne man viele Kollegen.

Die deutschen und polnischen Feuerwehren arbeiten gut zusammen, sagte auch Wolfgang Welenga. Wenn jedoch das durch den Begleitausschuss des Interreg VA–Programms zunächst nicht bewilligte Projekt zum grenzüberschreitenden Katastrophenschutz auch im zweiten Versuch scheitert, fehle schlichtweg die Technik. Das Projekt wäre „der nächste Schritt des gemeinsamen Katastrophenschutzes“, sagte auch Christian Schulz, Abteilungsleiter Einsatztechnik bei der Berufsfeuerwehr, und betonte, dass es im Förderzeitraum Interreg IVA bereits ein solches Programm zwischen Frankfurt und Słubice gab. Jetzt sollen Gorzów, Eisenhüttenstadt und Oder–Spree mit ins Boot. „Nirgends sonst gibt es eine so große Gemeinschaft, die sich dem Katastrophenschutz widmet.“ Heute will die Feuerwehr mit dem OB über das Thema reden.