Die Oder und die Flussufer im Stadtgebiet von Frankfurt (Oder) dürfen ab sofort nur noch sehr eingeschränkt genutzt werden. Oberbürgermeister René Wilke hat angesichts der Umweltkatastrophe am Freitagabend (12.08.) eine entsprechende, mit den angrenzenden Landkreisen abgestimmte, Allgemeinverfügung erlassen.
Die Frankfurter Allgemeinverfügung reicht von der südlichen Stadtgrenze bei Brieskow-Finkenheerd am Stromkilometer 574,0 bis zur an den Landkreis Märkisch-Oderland reichenden Stadtgrenze, etwa 350 Meter nördlich des Halbmeilenwerder (an den nördlichen Oderwiesen) am Stromkilometer 589,7. Behördlich untersagt sind in diesem Bereich demnach das Baden, Tauchen, die Wasserentnahme (ausgenommen behördliche Probenentnahmen), das Tränken von Vieh, das Schwemmen (Spülen) sowie das Angeln.

„Wahrscheinlich auch mit toxischer Wirkung auf Wirbeltiere“

Begründet werden die behördlich angeordneten Verbote mit dem massiven Fischsterben in der Oder. Erste Analyseergebnisse des Brandenburgischen Umweltministeriums zeigten, dass seit Montag „eine starke Welle organischer Substanzen durch Frankfurt ging und sich seitdem flussabwärts – aktuell bis Schwedt – fortsetzt“, heißt es in der Allgemeinverfügung. Die Auswirkungen auf das Ökosystem ließen demnach „auf synthetische chemische Stoffe, sehr wahrscheinlich auch mit toxischer Wirkung auf Wirbeltiere schließen. Was ursächlich für diese Stoffeinträge ist, bleibt derzeit noch unklar.“
Zudem habe das Landesumweltamt eine Beprobung der Fische angeordnet, um die Ursache des Fischsterbens zu analysieren. „Daher ist davon auszugehen, dass der Kontakt mit Wasser aus diesem Gewässer für Mensch und Tier gefährlich ist“, so die Stadtverwaltung.
Aufgehoben werden soll die Allgemeinverfügung erst, sobald „für die Allgemeinheit keine Gefahrenlage mehr besteht.“
Oberbürgermeister René Wilke erklärte am Abend in einer Pressemitteilung: „Diese Allgemeinverfügung beinhaltet Regeln, die sich an unseren zuvor erteilten Warnmeldungen und Hinweisen orientieren. Abgestimmt mit den umliegenden Landkreisen an der Oder legen wir hiermit Regeln fest, die von den allermeisten Frankfurterinnen und Frankfurtern zuvor bereits vorbildlich beachtet wurden. Von Bedeutung ist vor allem die Schaffung eines rechtlichen Rahmens. Wie viele Menschen in unserer Region hoffe ich sehr, dass die Geltung dieser Verfügung nur von kurzer Dauer sein wird und ich sie bald wieder aufheben kann.“
Mehr zum Fischsterben in der Oder gibt es auf einer Themenseite.