Frankfurt (Oder): Über neue Wege durch den Lennépark zur Halben Stadt
Bereits 1850 gab es an dieser Stelle im Lennépark ein altes Brückenbauwerk. Die Grotte wurde in den 1960- und 1970er Jahren zerstört, mit Beton zugeschüttet und verkleidet. 2018 konnte sie zunächst wieder freigelegt werden, ehe auf der Baustelle erst einmal Ruhe einkehrte. Die Verzögerungen hatten unter anderem mit dem Fund eines 50-Kilogramm-Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg sowie den bei Grabungen gefundenen historischen Fliesen im Bereich der Brücke zu tun. 2019 gingen die Arbeiten weiter. Inzwischen sind sie abgeschlossen. Und das beeindruckende Bauwerk kommt mit den seitlichen Natursteinen dem historischen Vorbild sehr nahe.
Ziegeln sind handgefertigt
Das „neue Gewölbe mit historischem Kern“ präsentierte Florian Beck vom städtischen Grünflächenamt am Donnerstag beim Stadtteilforum Mitte. Die Ziegel seien handgefertigt, erklärte er. „Und der verwendete Stahlbeton im Brücken-Tragwerk kann mehr als 18 Tonnen tragen.“ Weil heutige Verkehrslasten zu schwer gewesen wären, brauchte die alten Brücke ein neues Tragwerk aus Beton. Fußgänger dürfen aber erst im Herbst darüber spazieren.
Im Sommer folgt nun der zweite Bauabschnitt. Wenn alle Genehmigungen durch sind, soll das Karl-Marx-Denkmal an der gleichnamigen Straße am nordöstlichen Ende des Parks wieder als „optisches Highlight“ hergestellt, also restauriert werden. Probebohrungen im Inneren hatten ergeben, dass die neun Meter hohe Säule durch Beton-Krebs, Frost und Regenwasser arg beschädigt wurde. Dennoch soll nur der Bruch herausgeholt werden, um möglichst viel vom Original der Büste des berühmten Gesellschaftstheoretikers zu erhalten. Zugleich werden die alten Einfriedungsmauern zurückgebaut. Neu werden ebenso 320 Findlinge sein – die auch in größerer Form an der Grotte aufgestellt werden – um den historischen Charakter des Lennéparks wieder herzustellen.
Auf eine schnelle Fertigstellung von offiziellen Wegen durch den Park zur Halben Stadt drängten mehrere Forums-Teilnehmer. „Viele müssen wegen nicht vorhandener Wege oder dichtgemachter Treppen große Umwege ins Zentrum in Kauf nehmen“, meinte eine Frankfurterin. Ab dem Sommer soll sich daran etwas ändern. 750 Quadratmeter neue Wege sind geplant.
Auf dem Park-Gelände sind zudem ebenfalls Granitpfeiler, Rasengitter sowie Bänke – wie im südlichen Teil – vorgesehen. Ungefähr 800 neue Sträucher sollen bald erblühen. Auch 45 neue Bäume werden bald gepflanzt – allerdings auch sechs gefällt. Letzteres sei „nicht im Sinne Lennés“, bemerkten Baumfreunde. Die prägenden Bäume blieben erhalten, beruhigte Beck. Jedoch störe zum Beispiel ein Baum am neuen Weg und einer an den Mauerresten. Dazu zählen Jungbaumbestand, eine „schüttere Eiche“ und eine Hainbuche.
3200 Quadratmeter neuer Rasen
Insgesamt 5 200 Quadratmeter werden im nördlichen Lennépark bearbeitet, darunter fallen allein 3200 Quadratmeter frischer Rasen ist. Bis zum Frühjahr 2021 sollen die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt des Parks im Zentrum der Oderstadt abgeschlossen sein.

