Freizeit
: Ein Freibad nah und gratis

Im Ostmarkstadion neben dem großen Basar leistet sich Słubice das einzige Freibad der Doppelstadt. Frankfurter trifft man jedoch kaum.
Von
Nancy Waldmann
Frankfurt (Oder)
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  • Piotr (Mitte, kopfüber) macht es vor, Jewgeni (rechts) und die anderen schauen zu. Das Słubicer Freibad bietet im Juli und August Erfrischung für alle, und zwar umsonst.

    Piotr (Mitte, kopfüber) macht es vor, Jewgeni (rechts) und die anderen schauen zu. Das Słubicer Freibad bietet im Juli und August Erfrischung für alle, und zwar umsonst.

    Peggy Lohse
  • Die Elefantenrutsche ist der Hit für Kinder.

    Die Elefantenrutsche ist der Hit für Kinder.

    Winfried Mausolf
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Das Wasser im Schwimmbecken ist immer kühl, stetig läuft frisches Quellwasser nach. Dort hält man es an heißen Tagen am besten aus. Hier im Słubicer Ostmarkstadion ist Schatten rar, die Sonne kann stechen. Über den Bänken, die links das Becken säumen, gibt es jetzt immerhin Sonnensegel, die etwas Schatten spenden.

Pan Andrzej, ein Mann im Rentenalter, zieht seine Bahnen im hinteren Tiefbecken, das meist recht leer ist. In den vorderen beiden Becken wimmelt es. Rechts das Kinderbecken mit der Elefantenrutsche, links das Nichtschwimmerbecken, in dem Heranwachsende Grenzen austesten. Jewgeni, 12, macht eine „Bombe“: mit angezogenen Beinen und Po zuerst plumpst er hinein. Eine der drei Bademeisterinnen unter dem Sonnenschirm am Rand weist ihn zurecht als er tropfend wieder herauskommt: „Nicht vom Beckenrand!“ — „Bin ich doch gar nicht!“, schwindelt er grinsend. „Doch, ich hab´s gesehen“, beharrt sie. Die Bademeisterin kennt ihre Pappenheimer, jeden Tag seien die ukrainischen Jungs da, sagt sie. Viele Schulkinder vertreiben sich im Schwimmbad die Ferien, die in Polen noch bis zum 1. September dauern. Der Eintritt ist frei — egal, wie alt man ist und woher man kommt.

„Das Schwimmbad ist für unsere Einwohner. Wir machen keinen Unterschied, ob sie nun aus Słubice oder Frankfurt kommen oder ob es Gäste von woanders sind“, sagt Ryszard Chustecki, der Sportdirektor des SOSiR, dem städtischen Betrieb, der Słubices Sportstätten bewirtschaftet, allen voran das Stadion. Chustecki hat sein Büro in den Tiefen der monumental wirkenden Arkaden des Stadions. Den freien Eintritt habe man bereits letztes Jahr eingeführt. Man spare damit Ausgaben, weil niemand Eintrittskarten verkaufen müsse. Ein Drittel der Besucher, schätzt Chustecki, kämen aus Frankfurt.

Jede Woche Hygienekontrolle

In der planschenden russisch–ukrainisch–polnischen Geräuschkulisse ist allerdings kaum Deutsch zu vernehmen. Hört man sich in Frankfurt um, wissen nur wenige von diesem Angebot, das Słubice damit ihrer Schwesterstadt macht — immerhin ist es das einzige Freibad und deutlich leichter zu erreichen als der Helenesee. Und nur einen Steinwurf ist es vom großen Basar gelegen. Manche Ältere dürften sich zudem an das 1927 eröffnete Ostmarkstadion noch aus Dammvorstadtzeiten erinnern.

„Seien wir ehrlich, das Schwimmbad hat seine besten Zeiten hinter sich“, findet Ryszard Chustecki. Elf Jahre liegt die letzte Sanierung zurück, 2008 wurde der Boden des insgesamt 50 Meter langen Beckens neu betoniert und das Kinderbecken erneuert. Was fehlt ist Technik für Filtration und Wasseraufbereitung. Man fülle daher ständig Quellwasser nach, so Chustecki. Das „Sanepid“, die Słubicer Hygienebehörde kontrolliert wöchentlich die Wasserqualität. Natürlich gebe man Chlor hinzu, so Chustecki.

Eine umfassende Sanierung des Schwimmbads ist in Planung, ein Konzept gibt es bereits. Erste Arbeiten sind für das nächste Jahr vorgesehen. Weil die gesamte Stadionanlage unter Denkmalschutz steht, müsse jede Veränderung „reversibel“ sein, also wieder rückgängig zu machen, erklärt Chustecki. Und die Finanzierung? Die SOSiR–Gesellschaft, die regelmäßig mit dem Frankfurter Sportbund zusammenarbeitet, werde dieses Projekt wohl aus eigenen Mitteln stemmen, mit zusätzlichem Geld von der Stadt.

Freibad Słubice, geöffnet im Juli und August täglich 10 bis 18 Uhr. Vom Basar aus am Stadion links halten, ul. Sportowa 1