Fußball: 1. FCF gegen RB Leipzig ohne Chance

Nur in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe: Frankfurts Ioannis Bairaktarov (Mitte) und Quintin Schönherr kämpfen gegen Leipzigs Jorden Winter um den Ball.
michael benkGegen den Tabellenzweiten aus Sachsen begannen die Frankfurter im Stadion der Freundschaft engagiert und wollten sich keineswegs verstecken. Dennoch ging der Bundesliga–Nachwuchs, der nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Hertha BSC liegt und zudem noch ein Spiel mehr zu absolvieren hat, nach einer knappen Viertelstunde in Führung und konnte diese bis zur Pause verteidigen.
Nach der Halbzeit setzte sich dann die Klasse der „Roten Bullen“ durch, die mit einigen Vertragsspielern an die Oder gekommen und den Frankfurtern technisch und körperlich überlegen waren. Die logische Folge waren drei weitere schnell und schnörkellos herausgespielte Treffer der Gäste zum 0:4–Endstand. Die Gastgeber fanden in der höchsten Spielklasse des Altersbereichs der Jahrgänge 2004 und 2005 in der Offensive keine Mittel, den Gegner in Bedrängnis zu bringen und waren in der Defensive immer wieder einen Schritt zu spät.
„Wir haben gut angefangen und mit aggressivem Pressing auch das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Damit hatten die Leipziger sicher nicht gerechnet. Später hat sich aber ihre individuelle Qualität durchgesetzt und wir konnten die Bälle in die Tiefe schwer verteidigen“, sagte Leon Herzberg nach der 15 Niederlage im 19 Saisonspiel. Der 21–Jährige ist ab sofort zusammen mit dem fünf Jahre älteren Paul Karaszewski — beide spielen in der Brandenburgliga–Mannschaft — Co–Trainer des Regionalligisten.
Bis vor wenigen Tagen trainierten die beiden noch die C2–Junioren, wechselten nun mit mit dem bisherigen C1–Coach Frank Grundmann aber die Aufgaben. „Wir waren mit der Entwicklung der Regionalliga–Mannschaft nicht zufrieden und haben uns daher zu diesem Schritt entschlossen“, erklärte Nachwuchsleiter Mathias König, der nun als Hauptverantwortlicher auf der Bank sitzt.
Der 1. FC Frankfurt tritt am Sonnabend beim Tabellenzehnten Hertha Zehlendorf an. „Dort müssen wir unbedingt gewinnen. Der Klassenerhalt wird zwar sehr schwer, aber wir haben noch nicht aufgegeben und denken von Spiel zu Spiel“, bleibt Herzberg optimistisch. Allerdings hat es das folgende Programm in sich: Nach den Heimspielen gegen den Dritten Hansa Rostock (13. April) kommt am 17. April der punktgleiche 1. FC Neubrandenburg an die Oder. Danach sind die Gegner keine geringeren als der 1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden und Hertha BSC.
Weniger namhafte Mannschaften warten auf die Frankfurter A–Junioren, die in der Brandenburgliga am Wochenende mit 5:1 (1:1) beim Tabellensechsten MSV Neuruppin siegten. Nick Hauke, Nils Haase, Meme Karaca, Marco Rossak und Mohamad Dreiee sorgten für den letztlich souveränen Auswärtserfolg, mit dem die Mannschaft von Trainer Jörg Wiedemann ihre Tabellenführung verteidigte. Am Sonnabend um 11.30 Uhr empfängt der FCF im Stadion der Freundschaft die abstiegsbedrohten Potsdamer Kickers.
Wenn es den Frankfurtern bis zum Abschluss der Liga am 16. Juni gelingt, ihren Vorsprung von derzeit drei Punkten auf Verfolger RSV Eintracht zu halten, würden sie in der Relegation auf den Sieger der Sachsen–Landesliga treffen – nach derzeitigem Stand der FSV Zwickau. Allerdings ist zeitgleich zu den angesetzten Ausscheidungsspielen eine Abitur–Abschlussfahrt geplant, an der einige Frankfurter Spieler teilnehmen wollen. Hier besteht noch Redebedarf, heißt es von Seiten des Vereins.
Wohl kein Wort mehr um die Meisterschaft in der Brandenburgliga mitreden werden die B–Junioren des 1. FCF. Trotz des 3:1 (1:0) durch Tore von Johannes Lenz, Lukas Dochan und Tony Schmidt gegen Grün–Weiß Bergfelde am Sonntag konnte der Rückstand auf Spitzenreiter Energie Cottbus II von acht Zählern nicht verringert werden. Die Lausitzer haben zudem noch ein Nachholspiel zu absolvieren. Am Sonntag um 12 Uhr spielt der 1. FCF gegen den FSV Luckenwalde. Zum direkten Aufeinandertreffen mit Energie II kommt es dann eine Woche später am 14. April ebenfalls im Stadion der Freundschaft.
