Fußball
: Ernüchternde Vorstellung

Gegen die körperlich präsenten Falkenseer konnten die Frankfurter Fußballer noch froh sein, wenigstens einen Punkt geholt zu haben.
Von
Hubertus Rößler
Frankfurt (Oder)
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Bezeichnend: Frankfurts Mittelfeldspieler Robin Grothe fasst sich nach einer vergebenen Torgelegenheit an den Kopf. Der 1. FCF wartet in diesem Jahr noch auf den ersten Heimsieg im Stadion der Freundschaft.

Michael Benk

Der 1. FC Frankfurt hat im Titelrennen der Fußball–Brandenburgliga einen Rückschlag hinnehmen müssen. Im Heimspiel gegen  den stark abstiegsbedrohten SV Falkensee–Finkenkrug kam der bis dato Tabellenzweite nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und hat nun sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter TSG Bernau.

Ernüchterung herrschte nach dem Schlusspfiff im Stadion der Freundschaft. Die Gastgeber hatten es wieder einmal nicht geschafft, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Gegen die körperlich präsenten Gäste konnten die Frankfurter am Ende noch froh sein, wenigstens einen Punkt geholt zu haben. Allerdings bleiben sie auch im dritten Heimspiel dieses Jahres ohne Sieg, zuletzt gab es zuhause im vergangenen November gegen TuS Sachsenhausen einen Dreier.

Die junge Frankfurter Mannschaft fand gegen den Tabellenvorletzten nicht ins Spiel und kam nur selten gefährlich in die Nähe des gegnerischen Tores. Falkensee agierte aus einer Fünfer–Abwehrkette sehr kompakt und versuchte mit schnellen Kontern immer wieder Nadelstiche zu setzen. Patrick Lenz hatte mit einer schönen Direktabnahme die Gästeführung auf dem Fuß, doch Marvin Benno Lähne reagierte stark (18.). Der 18–jährige vertrat den kurzfristig wegen einer Knieverletzung ausgefallenen Damian Schobert im Frankfurter Kasten. Eine MRT–Untersuchung am Mittwoch soll Klarheit bringen.

Die erste gute Gelegenheit der Hausherren hatte Kapitän Erik Huwe, als er mit einer Kopfballverlängerung nach Freistoß von Robin Grothe nur knapp das Tor verfehlte (26.). Glücklos blieb anschließend Angreifer Artur Aniol, der nach schnellen Kontern zweimal vergab. Auf der Gegenseite hatten die Frankfurter Glück, dass Schiedsrichter Robert Nitz aus Seelow ein Foul an der 16–Meter–Markierung noch außerhalb des Strafraumes wertete. Der anschließende Freistoß durch Elias Eckert wurde von der Mauer abgeblockt (36.). Kurz darauf setzte Christopher Schulze den Ball nur Zentimeter neben den rechten Pfosten (39.). Das torlose Remis zur Pause kommentierte Markus Derling, der Andy Arndt als Stadionsprecher vertrat: „Auf dem Rasen herrscht noch Frühjahrsmüdigkeit. Hoffen wir, dass die zweite Halbzeit ein bisschen schwungvoller wird“, sagte der FCF–Präsident über die Lautsprecher.

Doch mit mehr Schwung kamen zunächst die Havelländer aus der Kabine. Der agile Patrick Lenz markierte mit einem Traumtor in den rechten Winkel die nicht unverdiente Führung für Falkensee (58.). Sekunden später verpasste der 24–Jährige sein zehntes Saisontor, sein Schuss streifte nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei (59.). Anschließend wachten die Frankfurter endlich auf und versuchten Druck aufzubauen. Allerdings blieben ihre Bemühungen zu ungenau, nur selten kam ein Schuss überhaupt auf das Tor. Der für Aniol ins Spiel gekommene Eryk Piotr Kryjak schoss zweimal über das Gäste–Tor. Auch der Versuch von Paul Karaszewski verfehlte knapp sein Ziel (75.). Die beste Möglichkeit vergab Sandro Henning, als er nach Vorlage von Huwe freistehend aus fünf Metern über das Tor schoss (82.).

Erst nachdem die Gäste nach einem Gewusel im Strafraum den Ball nicht konsequent klären konnten, markierte der nach vorne beorderte Innenverteidiger Huwe mit einem Gewaltschuss den Ausgleich (86.). Nachspielzeit gab es in dem fairen Spiel nicht, so dass es bei dem leistungsgerechten Unentschieden blieb.

Falkensees Trainer André Bittner zeigte sich trotz des späten Ausgleichs zufrieden: „Wir freuen uns über den Punkt, den wir uns durch Disziplin verdient haben. Wir hatten durch unsere schnellen Leute viele gute Tormöglichkeiten. Das Gegentor ist unglücklich, aber für uns zählt jeder einzelne Punkt“, erklärte der 38–Jährige.

Bedient war hingegen Jan Mutschler. „Für uns was das heute viel zu wenig. Wir haben nichts umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Ich bin maßlos enttäuscht über die Art und Weise, wie wir Schönwetter–Fußball gezeigt haben“, sagte Frankfurts Trainer, der am Ende froh war, wenigstens einen Punkt mitnehmen zu können. Zurückgeworfen werde die Mannschaft durch die Partie jedoch nicht. „Jetzt müssen wir das Spiel in Ruhe aufarbeiten. Natürlich ist Fußball ein Ergebnissport, aber wir haben heute wieder sieben U–21–Spieler auf dem Platz gehabt und so ein Spiel ist auch ein Lernprozess. Mit dem Saisonverlauf insgesamt sind wir zufrieden und es macht Riesenspaß, mit den Jungs zu arbeiten“, erklärte Mutschler.

Auch Thomas Bleck wollte nicht alles schlecht reden: „So ein Spiel muss man bei solch einer jungen Truppe akzeptieren. Wir haben heute einfach keine taktischen Mittel gefunden und sind immer langsamer geworden“, sagte der FCF–Vizepräsident. Etwas positives zog Kapitän Erik Huwe aus dem Spiel: „Wir haben immerhin Moral gezeigt. Das Unentschieden wirft uns nicht zurück. Wir machen uns keinen Stress mit dem Aufstieg. Wenn es nicht klappt, geht auch keiner mit gesenktem Kopf nach Hause“, sagte der Frankfurter Torschütze.