Gegenargumente
: Markendorfer formieren Protest gegen Baupläne

Anwohner der Straße Am Klinikum wollen den Bau weiterer Häuser verhindern. Erst soll die Infrastruktur verbessert werden.
Von
Ines Weber-Rath
Frankfurt (Oder)
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An der Kreuzung der Straße Am Klinikum zur B87 in Markendorf herrschte auch am Dienstag reger Verkehr.

Gerrit Freitag

Die gute Nachricht zuerst: Die Verwaltungsspitze hält Wort. Anfang März hatten OB René Wilke und Baudezernent Jörg Gleisenstein den Vertretern des Markendorfer Ortsbeirates und der Bürgerinitiative im Feldsteinhaus zugesichert, dass die Mitglieder des Bauausschusses in den Ortsteil kommen und sich informieren, bevor sie in Sachen Bebauungsplan Straße Am Klinikum entscheiden. Nach der Sommerpause soll es nun soweit sein. Am 25. September werden die neu gewählten Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz der Stadtverordnetenversammlung um 17 Uhr nach Markendorf kommen, hat Ortsvorsteher Dieter Rudolf erfahren — auch wenn im Ratsinformationssystem Allris bislang nur vom Kleist Forum als Veranstaltungsort die Rede ist.

Die Markendorfer Vertreter wollen jedenfalls dafür sorgen, dass die Besucher gebührend empfangen werden — von möglichst vielen Anwohnern mit guten Argumenten gegen den vorliegenden Entwurf des B–Planes.

Denn in dem seien — und das ist die schlechte Nachricht — die von den Markendorfern vorgebrachten Bedenken nach wie vor nicht berücksichtigt. „Alles, was wir gefordert haben, ist im überarbeiteten Entwurf ignoriert worden“, resümierte Dieter Rudolf am Montagnachmittag in einer Beratung von Ortsbeirats– und Mitgliedern der Bürgerinitiative.

Ihre Forderung lautet: Erst muss die Erschließungslage im gesamten Wohngebiet „Am Waldrand“ verbessert werden, bevor dort weitere Grundstücke erschlossen werden könnten. Laut dem B–Plan sollen auf der linken, bislang unbebauten Seite der Straße Am Klinikum 15 neue Einfamilienhäuser entstehen.

Anwohner wie Dietrich Koch jedoch meinen, dass die nur 4,50 Meter breite Straße schon jetzt den Anliegerverkehr von den rund 150 Grundstücken im Wohngebiet nicht verkraftet. Ein gefahrloser Begegnungsverkehr sei nicht möglich, sagt der frühere Frankfurter Stadtplaner. Immer wieder werde der Bordstein des nur 1,40 Meter breiten Gehweges überfahren, so Teilnehmer der Runde am Montag. Der Sprecher der Bürgerinitiative, Frank Jakob, erinnerte daran, dass schon ein Auto im Zaun gelandet, ein anderes eine Straßenlaterne „umgelegt“ habe. Ein Junge habe sich auf dem Gehweg vor einem Auto in Sicherheit bringen wollen und beim Sprung zur Seite verletzt, so Jakob.

Die Argumentation der Stadtverwaltung, dass der geforderte Ausbau der Kreuzung zur B87 unnötig, die Ampel ausreichend sei, keiner dort länger als anderthalb Minute stehe, widerspricht den Erfahrungen der Anwohner. Sie berichten von Auto– Warteschlangen und Zuliefer–Lkw zum Autohaus Bohlig, die sogar rückwärts auf die Bundesstraße auffahren, weil das Wenden nur schwer möglich ist.

Naturschützer intervenieren

Doch es gibt noch andere Argumente der Markendorfer gegen den Bauplan. So erinnern die Mitglieder der Bürgerinitiative daran, dass die Fläche jenseits der Straße Am Klinikum im Zuge der Erweiterung des Krankenhaus–Komplexes nach der Wende als Ausgleichs– und Ersatzfläche ausgewiesen wurde. Dort stünden geschützte Bäume und gebe es geschützte Arten, weshalb die anerkannten Naturschutzverbände das Bauvorhaben auch ablehnen, wie Frank Jakob weiß.

Auch dass der Container–Stellplatz laut B–Plan an die Trafo–Station gegenüber dem Autohaus verlegt werden soll, stößt auf Kritik. Damit würden die zwei Gullys überbaut, die für die Entwässerung der Anliegerstraße sehr wichtig sind, heißt es.