Geschichte von Frankfurt (Oder): Stadtarchiv übernimmt Bildarchiv der MOZ

Claus Junghanns, Bürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), und Marc Nickol, Geschäftsführer Märkisches Medienhaus und Lausitzer Rundschau, bei der Unterzeichnung des Übernahmevertrages
Thomas Gutke- Stadtarchiv Frankfurt (Oder) übernimmt das Bildarchiv der Märkischen Oderzeitung.
- Vertrag wurde am 15. Juli 2026 unterzeichnet – Archiv sichert, erschließt und digitalisiert.
- Bestände: fast 500 Kartons mit Fotos von etwa 1952 bis zur Jahrtausendwende.
- Fokus der Aufnahmen: Menschen, Alltag und Zeitgeschehen in Frankfurt (Oder) und Region.
- Digitalisierung erfolgt intern, danach Nutzung für Forschung, Bildung, Medien und Ausstellungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Stadtarchiv Frankfurt (Oder) übernimmt das Bildarchiv der Märkischen Oderzeitung. Geschäftsführer Marc Nickol und Bürgermeister Claus Junghanns unterzeichneten am Mittwoch, 15. Juli 2026, den zuvor von Archivleiter Denny Becker und der Medienrechtskanzlei Weberling ausverhandelten Übernahmevertrag. Im Frankfurter Stadtarchiv in der Rosa-Luxemburg-Straße werden die Bestände nun gesichert, erschlossen und schrittweise digitalisiert.
„Mein Historikerherz schlägt höher“, bekannte Bürgermeister Claus Junghanns, der selbst Geschichte studiert hat, beim Besuch der Räume im Märkischen Medienhaus. „Für die Stadt sind diese Bilder ein wichtiger Erinnerungsträger“, erklärte er. Deshalb freue er sich sehr über die Möglichkeit, die Bestände archivfachlich zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
„Wir wissen natürlich, dass das ein Schatz ist“, sagte Chefredakteur Claus Liesegang. Allerdings sei das alte Bildarchiv mit Tausenden analogen Fotografien aus den DDR- und Nachwendejahren in Zeiten der Digitalisierung zuletzt kaum mehr genutzt worden. Die Aufarbeitung und Digitalisierung von fast 500 Kartons – rund 50 laufende Meter – durch das Stadtarchiv sei daher für das Märkische Medienhaus eine Win-win-Situation.
Marc Nickol freute sich ebenfalls: „Es ist auch für uns toll, dass die Bilder gut untergebracht sind, erhalten und zugänglich gemacht werden.“
Aufnahmen dokumentieren das Zeitgeschehen
Viele der Aufnahmen bilden über viele Jahrzehnte das Leben und Zeitgeschehen in Frankfurt (Oder) sowie weiteren Orten in der Region ab. Sie zeigen Menschen in ihrer Freizeit, bei der Arbeit, bei Festen und Veranstaltungen. Und sie dokumentieren das Wirken von Unternehmen, Institutionen, Kultur- und Freizeitstätten sowie Vereinen – vom Halbleiterwerk über den Helenesee bis zum Horten-Kaufhaus. Die Fotos entstanden in den Jahren ab etwa 1952 bis zur Jahrtausendwende im Auftrag der Redaktionen des „Neuen Tags“ und ab März 1990 der MOZ.
„Die Übernahme ergänzt die bisherigen Bildbestände des Stadtarchives in besonderer Weise. Während die fotografischen Bestände des Stadtarchives bislang vor allem die Stadtentwicklung, Architektur und das historische Stadtbild dokumentieren, ergänzt das Bildarchiv der Märkischen Oderzeitung diese Überlieferung um eine neue Perspektive“, heißt es vom Stadtarchiv. Im Mittelpunkt stünden die Menschen und das gesellschaftliche Leben in der Region.
Vom Stadtarchiv werden die Aufnahmen als technisch und dokumentarisch hochwertig eingeschätzt, weil sie eben von ausgebildeten Pressefotografen angefertigt wurden und zudem in vielen Fällen auf der Rückseite mit wichtigen Begleitinformationen versehen sind.
Bildarchiv als wichtiger Teil der Erinnerungskultur
Die Digitalisierung und Zugänglichmachung werde einige Zeit in Anspruch nehmen, bekannten Denny Becker und Claus Junghanns. Einen Dienstleister dafür zu engagieren, gebe die aktuelle Haushaltslage nicht her. Daher übernehmen die Archivbeschäftigten selbst neben ihren sonstigen Aufgaben die digitale Erschließung des umfangreichen Bestandes.
Anschließend stehen sie für Forschung, Bildung, Medien, und Ausstellungen sowie allen geschichtsinteressierten Nutzern zur Verfügung. Damit bleibt ein wichtiger Teil der regionalen Erinnerungskultur auch für künftige Generationen erhalten.


