Gesine Schwan: Musik kann Freude an Europa nähren

An ihrer alten Wirkungsstätte herzlich begrüßt: Die frühere Viadrina-Präsidentin Gesine Schwan (r.) mit der aktuellen Präsidentin Julia von Blumenthal (l.) sowie Vizepräsidentin Janine Nuyken vor dem Konzert, das an der Europa-Uni stattfand.
MOZ/Dietrich SchröderMit deutscher und polnischer Musik, aber auch Nachdenklichkeit zu den aktuellen politischen Differenzen in Europa haben am Freitagabend die 25. Musikfesttage an der Oder in Frankfurt begonnen.
In einem Festvortrag, den die frühere Präsidentin der Europa–Universität Gesine Schwan im Rahmen eines Klavier–Konzerts von Christian Seibert hielt, beschrieb die Politikwissenschaftlerin die Gefahr, den Zusammenhalt in der europäischen Staatengemeinschaft durch mangelnde Solidarität zu verlieren. In Polen profitiere die aktuelle national–konservative Regierung von den sozialen Verwerfungen und der Ungleichheit, die durch die radikalen ökonomischen Reformen seit 1989 entstanden sein. Man dürfe aber auch nicht den Fehler machen, die gesamte polnische Gesellschaft mit der Regierung gleichzusetzen, dies sei schließlich auch in Deutschland nicht der Fall.
Um den Zusammenhalt in Europa wieder zu festigen, sei das Bemühen um gegenseitiges Verständnis der einzige Weg. Die Musik spiele dabei als gemeinsame Sprache eine besondere Rolle. „Sie kann unsere Freude an Europa nähren, und das ist auch sehr nötig“, so Schwan.