Grenzkontrollen
: Frankfurts neuer Bundespolizei-Chef will Coronakrise nachbereiten

Der neue Chef der Bundespolizeiinspektion Frankfurt (Oder) Torsten Ebert will die Zusammenarbeit mit dem polnischen Grenzschutz verfeinern.
Von
Nancy Waldmann
Frankfurt (Oder)
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Torsten Ebert, Chef der Polizeiinspektion Frankfurt (Oder) in einem Dienstwagen für die deutsch-polnischen Streifen.

Nancy Waldmann

Eberts Vorgänger Wilhelm Borgert wechselte im letzten Jahr zur Bundespolizeiakademie nach Lübeck, nach 15 Jahren in Frankfurt.

Ebert weiß in der Oderstadt die vertiefte deutsch-polnische Polizeizusammenarbeit aus einer ganz besonderen Perspektive zu schätzen. Zuvor war er nämlich im Referat für grenzpolizeiliche Angelegenheiten in Potsdam tätig und dort mit der grenzpolizeilichen Aufgabenerfüllung an allen deutschen Binnengrenzen – mit einem Fokus auf die deutsch-polnische Zusammenarbeit. Er hat also einen Einblick auch in den Bundespolizeibeziehungen in Nachbarländer wie Frankreich, Dänemark, Österreich. Zwischen „vorbildlich und besonders ist die Zusammenarbeit zwischen polnischem Grenzschutz und Bundespolizei“, sagt Ebert. Das Besondere ist die Gemeinsame Dienststelle in Swiecko, in der jeweils 30 speziell für die grenzüberschreitende Arbeit qualifizierte Mitarbeiter von Bundespolizei und vom Polnischen Grenzschutz Streifen und Kontrolleinsätze durchführen. Anders als in anderen gemeinsamen Polizeizentren an EU-Binnengrenzen ermöglicht das Modell in Swiecko nicht nur Austausch, sondern auch gemeinsame operative Arbeit.

Die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen könnten heutzutage nur in enger Kooperation mit allen inländischen und ausländischen Partnern gemeistert werden, so Torsten Ebert. Eine solche Herausforderung war etwa der Beginn der Coronakrise im März 2020, als dieses Zusammenspiel nicht optimal verlief. „Es gibt Anlass für eine intensive Nachbereitung“, sagt der Inspektionschef. Hier will sich Ebert mit seinen Kooperationspartnern zusammensetzen, für ein besseres Zusammenspiel sorgen, um auf solche und andere Szenarien besser vorbereitet zu sein. Auch Personal ist ein wichtiger Punkt auf Eberts Agenda. Das Durchschnittsalter in seiner Dienststelle liegt bei 54, viele gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand.

Einreisen kontrollieren

Während sich die grenzüberschreitende Arbeit der Landespolizei auf die Bekämpfung von international organisierter Eigentumskriminalität konzentriert, liegt die Hauptaufgabe der Bundespolizei darin, illegale Einreisen nach Deutschland zu verhindern. Im Terrain der Frankfurter Inspektion – ein Grenzabschnitt von 81 Kilometern – wird jedes Jahr eine vierstellige Zahl an unerlaubt Einreisenden aufgegriffen, meist kommen sie aus der Ukraine, Russland, Belarus und Georgien. In dieser Zahl erfasst werden übrigens auch Personen, die einen Asylantrag in Deutschland stellen wollen – wozu die Einreise Voraussetzung ist. Anders als bei der Migration aus dem Süden in die EU, handelt es sich selten um allein reisende Männer, sondern meist um Familien, die aufgegriffen werden.

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