: Nazi-Mob und „Polen raus!“-Rufe – so sah die Grenzöffnung am 8. April 1991 in Frankfurt (Oder) aus
Vor 30 Jahren sollte der visafreie Grenzverkehr für Polen in Richtung Deutschland beginnen. Statt des befürchteten Ansturms aus Słubice, lauerten hunderte gewaltbereite Neonazis Reisenden am Grenzübergang Frankfurt (Oder) auf.
8. April 1991 in Frankfurt (Oder). Der erste Tag des visafreien Grenzverkehrs für Polen in Richtung Deutschland beginnt mit schweren Ausschreitungen. Neonazis hatten den Bus eines Orchesters aus Gorzów mit Pflastersteinen beworfen. Zwei Mitglieder der Big Band wurden leicht verletzt. Der Saxophonist Mariusz Nowaczyński trotzte den Angreifern auf seine Weise. Durch die zerborstene Scheibe zeigte er ihnen das Victory-Zeichen.
Sławomir Sajkowski
8. April 1991 in Frankfurt (Oder). Die Polizei nimmt einen Gewalttäter fest. Stundenlang hatte 250 bis 300 Personen starke Meute von Rechtsradikalen den Grenzübergang belagert. Die Polizei räumte den Bereich vor der Oderbrücke erst knapp 24 Stunden später. 41 Gewalttäter wurden damals in Gewahrsam genommen.
Sławomir Sajkowski
„Sieg heil!“ und „Polen raus“ rief der Mob aus Neonazis in der Nacht zum 8. April 1991 in Frankfurt (Oder) immer wieder. Der erste Tag des visafreien Grenzverkehrs für Polen in Richtung Deutschland glich einem Belagerungszustand. Stundenlang machten mehrere hundert Neonazis die Oderbrücke unsicher.
Heinz Köhler (abfotografiert aus der MOZ vom 9. April 1991)