Mit 284 Milligramm pro Liter ist am 12. September zum 38. Mal in diesem Jahr eine höhere Sulfatkonzentration als der Richtwert von 280 Milligramm je Liter am Pegel Neubrück gemessen worden. Das bestätigte das Landesumweltamt am Donnerstag.
Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) sei daraufhin sofort informiert worden und prüfe nun, „ob und welche Maßnahmen zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung im Raum Frankfurt zu veranlassen sind“, hieß es in einer Pressemitteilung des Umweltministeriums. Der Trinkwassergrenzwert von 250 Milligramm pro Liter im Reinwasser des Wasserwerks Briesen werde jedoch bisher eingehalten.

Trinkwasser-Grenzwerte werden noch eingehalten

Frankfurt (Oder) wird von dem an der Spree gelegenen Wasserwerk Briesen mit Trinkwasser versorgt. Es wird aus drei Komponenten gemischt: der Grundwasseranreicherung mit Spreewasser, aus Grundwasser und aus Uferfiltrat. Zur Sicherung der Trinkwasserqualität in Frankfurt war im Jahr 2019 ein Bewirtschaftungserlass für Sulfat gemeinsam vom Umwelt- und Wirtschaftsministerium erlassen worden. Darin ist festgehalten, dass am Pegel Neubrück – maßgeblich für den Standort des Wasserwerkes Briesen – ein Immissionsrichtwert für Sulfat von 280 Milligramm pro Liter einzuhalten ist.
Ab der 38. Überschreitung im laufenden Jahr ist das LBGR verpflichtet, gemeinsam mit den zuständigen Wasserbehörden und dem örtlichen Gesundheitsamt zu prüfen, ob und welche Maßnahmen angemessen und erforderlich sind, um die Trinkwasserversorgung sicher zu stellen.

Landesbergbauamt lässt Gefahrengutachten erarbeiten

Das LBGR habe bereits vorsorglich ein Gutachten für das Wasserwerk Briesen beauftragt, erklärt das Landesumweltamt. Mit dem Gutachten solle die Gefahrenlage für die Trinkwasserversorgung am Standort des Wasserwerks Briesen besser abgeschätzt und anhand dessen die weiteren Schritte abgeleitet werden.
„Die Ergebnisse der Gefährdungsabschätzung müssen abgewartet werden, um gesicherte Aussagen zur tatsächlichen Risikolage am Wasserwerk Briesen treffen zu können“, erklärt das Ministerium. Mit Ergebnissen sei Ende des Jahres zu rechnen.

Streit um Finanzierung der Bergbaufolgekosten

Wegen der steigenden Sulfatbelastung durch die Bergbaualtlasten in der Lausitz plant die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft seit längerem die Reaktivierung des Wasserwerks Müllrose. Um die Finanzierung schwelt ein Streit. Nach Ansicht der Stadt sollen das Land bzw. die Bergbauunternehmen die Kosten übernehmen; diese lehnen das bisher ab.