Halloween in Frankfurt (Oder)
: Gruselspaß aus der DDR – Achtung, das Schulgespenst kommt

In Frankfurt (Oder) steht Halloween vor der Tür. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn eine gruselig schöne Begegnung mit einem Schulgespenst kann auch herzerwärmend sein. Was hat es damit auf sich?
Von
Selim Pekel
Frankfurt (Oder)
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In Frankfurt (Oder) ist auch im November noch Halloween. Dann wartet eine herzerwärmende Gruselgeschichte aus der DDR auf Kinder und nostalgische Erwachsene.

Selim Pekel/MOZ

Es ist Halloween-Zeit in Frankfurt (Oder) und ein Hauch von Grusel liegt in der Luft. Süßes wird gefordert, mit Saurem gedroht, wenn kostümierte Kinder durch die Straßen der Stadt ziehen und an Türen klingeln.

Aber der Gruselspaß ist in der Oderstadt nicht schon am 31. Oktober vorüber. Einen Tag darauf lädt das Museum Viadrina zu einer kostenlosen Lesung aus einem DDR-Kinderbuch ein, das nicht nur Kindern, sondern auch nostalgisch gestimmten Erwachsenen rührenden Gruselspaß verspricht. Gelesen wird am Mittwoch (01.11.) ab 11.15 Uhr aus Peter Abrahams „Das Schulgespenst“. Doch worum geht es dabei eigentlich?

„Das Schulgespenst“ – Kinderbuch und Film aus der DDR

Die Hauptfigur des 1986 auch verfilmten Kinderbuchs (Regie: Rolf Losansky) ist die Viertklässlerin Carola, die ihren Eltern große Sorgen bereitet. Nicht nur sie, sondern auch die anderen Erwachsenen – sprich: die Lehrer – sehen in der Zehnjährigen ein „unartiges Mädchen“. Denn Carola ist unaufmerksam im Unterricht, was schlechte Schulnoten nach sich zieht, ist nicht daran interessiert, schöne Kleider zu tragen oder höflich zu sein.

Youtube-Video: Der Film „Das Schulgespenst“ in voller Länge

Eines Tages als Carola wieder nicht auf den Unterricht konzentriert ist, fällt sie beim Kippeln um und macht den Stuhl kaputt, auf dem sie gesessen hat. Carola muss in den Keller, um einen neuen Stuhl zu holen. Der Keller aber ist – wenig überraschend – dunkel und gruselig. Ein Gespenst könnte darin spuken, vermutet Carola. In ihren Gedanken steckt sie dieses Gespenst in ihre Hosentasche, sodass es ihr nichts anhaben kann.

Dass dieser Gedanke Wirklichkeit geworden ist, merkt die Viertklässlerin erst, als sie eine Stimme aus ihrer Hosentasche zu ihr sprechen hört. Es ist das Gespenst, das sie dort hineingesteckt hatte. Es fordert von ihr einen Körper, um sichtbar zu werden und den Menschen so zeigen zu können, dass es in Wahrheit nicht gruselig, sondern höflich und nett sei. Da hat Carola die Idee, dass sie ja ihre Körper und Rollen tauschen könnten. Als Carola könnte das Gespenst sichtbar werden und sich zeigen, als Gespenst müsste Carola nicht mehr zur Schule und könnte Streiche spielen, ohne Konsequenzen zu fürchten. So nimmt das Abenteuer seinen Lauf.

Weitere Bücher aus der DDR im Museum Viadrina in Frankfurt (Oder)

Zur Lesung lädt die neue Museumspädagogin Halina Muchow ein, die erst seit kurzem diese Stelle innehat. Der Termin findet im Rahmen der Ausstellung „Leseland DDR“ statt und ist auf Kinder zugeschnitten. „Veranstaltungen für Kinder müssen erlebnisreicher sein als die für Erwachsene“, betont Muchow. Deshalb enthalte die Lesung auch interaktive Elemente.

Halina Muchow ist seit wenigen Monaten erst als Museumspädagogin am Museum Viadrina in Frankfurt (Oder) eingestellt. Sie wird aus Peter Abrahams „Das Schulgespenst“ vorlesen. Das Buch ist auch heute noch im Buchhandel erhältlich und wird vom Eulenspiegel Kinderbuchverlag herausgegeben – sowohl als gedruckt (12 Euro) als auch als E-Book (9,99 Euro).

Selim Pekel/MOZ

Die von der Bundesstiftung Aufarbeitung herausgegebene und von Stefan Wolle kuratierte Schau „Leseland DDR“ erzählt von Menschen, die sich ihre Lektüre nicht vorschreiben lassen wollten und für rare Bücher Schlange standen. Auf 20 Ausstellungstafeln mit Texten, Bildern und Verweisen zu Videos wird eine anschauliche Zeitreise durch das „Leseland DDR“ ermöglicht.

Ein Bücherregal mit den zu DDR-Zeiten bei Kindern sehr beliebten Trompeterbüchern sind in der Ausstellung im Museum Viadrina ebenso zu finden wie eine Sitzecke mit Schaukelstuhl und Leselampe sowie ausgewählte Buchexemplare. Viele – wenngleich nicht alle – können vor Ort gelesen werden.

Kostenloser Besuch im Museum Viadrina

■ Am 1. November kann nicht nur die Lesung kostenlos besucht werden, sondern den gesamten Tag über alle Ausstellungen und Veranstaltungen des Museum Viadrina.

■ Es bietet sich die Gelegenheit, während einer 60-minütigen Führung ausgesuchte Schwerpunkte der Frankfurter Stadtgeschichte kennenzulernen und somit in die Vergangenheit als Hanse- und Universitätsstadt einzutauchen. Hierzu lädt Dr. Sonja Michaels, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, alle Interessierten um 15.30 Uhr in das Junkerhaus ein.

■ Um Anmeldung zur Lesung für Kinder sowie zur Museumsführung telefonisch unter 0335 4015629 bzw. per E-Mail an anmeldung@museum-viadrina.de wird gebeten.

Im Regal mit den Büchern, die Besucher durchblättern können, stehen etwa Franz-Josef Degenhardts Roman „Brandstellen“ aus dem Jahr 1975, „Eine Anzeige in der Zeitung“ (1978) von Günter Görlich, „Ottokar, der Schalk“ und weitere Welten, die zum Eintauchen einladen.

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