Handball
: Ausklang einer kleinen Weltreise

Handballerin Monika Odrowska geht seit dieser Saison für den FHC auf Torejagd und spielte schon in der 1. Liga.
Von
Hubertus Rößler
Frankfurt
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  • Monika Odrowska übernimmt auf dem Platz Verantwortung und ist häufig am Siebenmeterpunkt zu finden.

    Monika Odrowska übernimmt auf dem Platz Verantwortung und ist häufig am Siebenmeterpunkt zu finden.

    Winfried Mausolf
  • Die Sportwissenschaftlerin absolviert derzeit ein Trainee bei der Sparkasse Oder-Spree.

    Die Sportwissenschaftlerin absolviert derzeit ein Trainee bei der Sparkasse Oder-Spree.

    Hubertus Rößler
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Doch bevor es soweit ist, steht bei Monika Odrowska noch der Handball im Mittelpunkt. Seit dieser Saison läuft die Polin für den FHC auf und ist in dem überwiegend sehr jungen Team seit Anfang an Leistungsträgerin. „Für mich ist es hier ein wenig der Ausklang meiner sportlichen Karriere. Ich hoffe natürlich, dass wir aufsteigen, wir haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen. Unabhängig davon weiß ich jetzt noch nicht, wie es nach dem Sommer weitergeht“, erklärt die Rückraumlinks–Spielerin, die ihre Stärken in der Torgefahr und im Passspiel sieht. „Ich spiele gerne mit unserer Kreisspielerin und versuche, in hektischen Situationen einen coolen Kopf zu bewahren.“ Ihr Vertrag läuft bis 30. Juni, Gespräche müssen noch geführt werden. „Ich habe mich noch nicht entschieden. Ich bin einfach sehr spontan und mache mir da keine Gedanken.“ Auch ihr Trainee bei der Sparkasse Oder–Spree, das sie parallel zum Handball absolviert, endet im Sommer.

Erster Profivertrag mit 19

Zum Handball gekommen ist die aus Gniezno in der Nähe von Poznan stammende Odrowska eher zufällig. „Ich habe als Kind zuerst Tennis gespielt. In der Grundschule wurde dann eine Sportklasse gegründet, und da ich schon immer groß und sportlich war, bin ich als Zehnjährige dahin gewechselt. Der Schwerpunkt war Handball.“ Mit 16 Jahren ging sie dann in eine Sportschule mit Internat und unterschrieb als 19–Jährige beim polnischen Spitzenclub Zaglebie Lubin ihren ersten Profivertrag. „Dort konnte ich von den Besten lernen.“

Beim Erstligisten Carlos–Astol Jelenia Gora wurde sie Stammspielerin und absolvierte parallel dazu ein Studium der Sportwissenschaften, arbeitete anschließend auch als Sportlehrerin. In dieser Zeit wurde sie außerdem mit der polnischen Studenten–Nationalmannschaft Dritte bei der WM in Brasilien. Ihre sportlichen Höhepunkte hatte Odrowska bei Politechnika Koszalin: Rang 3 in der 1. Liga sowie den Einzug ins Europapokal–Achtelfinale erlebte sie als Stammspielerin bei dem Club nahe der polnischen Ostsee.

Anschließend wechselte sie zu Levanger HK in die norwegische Eliteliga. „Als das Angebot kam, habe ich nicht lange überlegt. Ich wollte eine kleine Weltreise machen. Es war ein tolles Jahr und ich habe viele tolle Menschen und eine andere Kultur kennengelernt. Das Land ist sehr schön, auf Dauer wäre es mir dort aber im Winter zu dunkel“, erzählt die 1,79 Meter große Athletin. Ein Jahr später ging sie zu den Vulkan–Ladies Koblenz/Weibern. „Ich wollte die deutsche Sprache und Kultur kennenlernen.“ Nach der Insolvenz des Vereins wechselte sie zu Zweitligist BSV Sachsen Zwickau und 2016 zum VfL Waiblingen.

Wie kam es dann dazu, im vergangenem Sommer zum FHC in die 3. Liga zu gehen? „Ich wollte nicht mehr Profi sein, sondern mich beruflich weiterentwickeln. Wichtig für mich ist das Konzept, das der Verein hat. Der Aufstieg ist das klare Ziel — und ich bin noch nie aufgestiegen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg und ich will mit meiner Erfahrung dazu beitragen“, nennt sie einen der Gründe für ihre Entscheidung. Auch die Nähe zu ihrer Heimat war ein wichtiger Aspekt für den Wechsel an die Oder. „Ich freue mich, dass ich näher an meiner Familie bin. Und ich kann essen und einkaufen in Polen. Frankfurt ist zwar eine kleine Stadt, das hat aber auch Vorteile wie die kurzen Wege.“

Ein schwerer Weg wird es für sie und ihre Mannschaft hingegen am Sonnabend, wenn ab 16 Uhr Tabellenführer Buxtehuder SV II zu Gast in der Brandenburg–Halle ist. „Da haben wir nach der Hinspiel–Niederlage noch eine Rechnung offen. Wir wollen unbedingt die zwei Punkte und hoffen auf viele Zuschauer.“

Auch wenn die Zeit nach der Karriere noch im Unklaren liegt, die Gründung einer Familie sei schon angedacht — „irgendwann, wenn die richtige Zeit kommt“. Momentan sei ihr Kopf für eine eigene Familie noch nicht frei. „Ich fühle ich mich noch jung und es war mir bisher noch nicht so wichtig. Außerdem kann ich von keinem Mann verlangen, dass er mir ständig von einer Stadt in die andere hinterher zieht“, sagt Monika Odrowska lächelnd.