Handball: Dietmar Schmidt ist zurück auf der FHC-Bank
Der vergangene Woche 72 Jahre alt gewordene Pötzsch war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der einstige DDR-Handball-Nationaltorhüter hatte das Traineramt im Sommer 2018 von Daniela Filip übernommen und gemeinsam mit dem Vorstand das Saisonziel Aufstieg in die 2. Bundesliga ausgegeben. Dieses scheint nach zwei Niederlagen in fünf Spielen momentan weit entfernt, am Wochenende setzte es eine herbe 22:37-Klatsche beim TSV Wattenbek. Die Oderstädterinnen stehen nur auf Rang 5 der Tabelle, die nächste Partie findet am 9. November daheim gegen die HSG Viöl statt.
Auf die Trainerbank rückt mit Dietmar Schmidt ein alter Bekannter. Der 67-Jährige war von 2006 bis 2017 als Cheftrainer beim FHC verantwortlich und hatte zuletzt im Trainerteam insbesondere das Vormittagstraining mit den älteren Sportschülerinnen geleitet und beim Abendtraining ab und zu ausgeholfen. "Er soll die Arbeit von Wolfgang Pötzsch fortführen. Nachdem es zuletzt einige Dämpfer gegeben hat, blicken wir nun nach vorne und halten an unseren Zielen fest“, sagt Wolfgang Pohl. Der Präsident hatte sich nach dem überraschenden Rücktritt um eine schnelle interne Lösung bemüht.
Dietmar Schmidt sagte nach kurzer Bedenkzeit und einem längeren Gespräch mit seiner Ehefrau zu. „Die Situation kommt für mich genauso überraschend wie für alle anderen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nach meinem 65. Geburtstag nicht mehr als verantwortlicher Trainer auf die Bank zurückzukehren und endlich freie Wochenenden für meine Familie zu haben“, erzählt er. Doch nun will er mit vollem Einsatz dabei sein. „Wenn ich so etwas zusage, dann auch mit allem, was ich habe. Sonst braucht man das nicht zu machen.“
Ziel Aufstieg bleibt bestehen
An dem Ziel Aufstieg möchte auch er trotz der Rückschläge festhalten. „Wenn sich alle zusammenraufen, kann es für sehr weit oben in der Tabelle reichen. Für mich ist vor allem wichtig, als Mannschaft das Optimale herauszuholen.“ Ein erster Schritt sei es nun, die Spielerinnen wieder aufzurichten. „Die Niederlagen und nun der plötzliche Trainerwechsel sind Stresssituationen für die Mannschaft. Meine Philosophie lautet: Wir müssen uns zusammenraufen und das Ding so schnell wie möglich wieder gerade biegen. Dafür müssen vor allem die Köpfe fit sein. Aber natürlich wäre es mir tausendmal lieber, Wolfgang Pötzsch wäre bei dieser Aufgabe noch dabei“, erklärt der 242-fache Nationalspieler, der den FHC auch in dessen sieben letzten Bundesliga-Spielzeiten betreut hatte.


