Handball: Stolzer Vierter im Landespokal

Für Jasmin Henschel und den HSC 2000 war das Final Four ein Saison-Höhepunkt.
Paul BrokowskiIm Halbfinale gegen Grün-Weiß Werder legte der Favorit aus der Blütenstadt von Beginn an ein hohes Tempo vor. Zunächst schaffte es der körperlich überlegene Viertligist jedoch nicht, sich entscheidend abzusetzen. Immer wieder fanden die quirligen Frankfurterinnen Lücken und tankten sich durch. Als Beatrice Zacharias bei einem schnellen Anwurf den 6:8-Anschlusstreffer erzielte, hatte Werder-Coach Lucas Schönebeck genug gesehen und bat seine Frauen zum Rapport. Danach zeigten die Havelstädterinnen allerdings ihre ganze Klasse und bestraften jeden Fehler der HSC-Frauen gnadenlos. Beim deutlichen Stand 8:18 ging es in die Kabinen.
Wie auch in der ersten Halbzeit kamen die Oderstädterinnen hochmotiviert aus der Kabine und gestalteten die Partie in der Folge ausgeglichen. Erst als die Kräfte nach 50 Minuten beim Brandenburgligist schwanden, entschieden die großgewachsenen Werderanerinnen auch die zweite Halbzeit für sich und zogen verdient ins Finale ein. Nicol Leuschner wurde nach dem Spiel als Spielerin der Partie ausgezeichnet. Ihr gelangen sechs Tore – davon zwei sehenswerte Heber.
Am Sonntag fand an gleicher Stelle das Spiel um Platz 3 gegen den MTV Altlandsberg statt. Und es waren zunächst die kleinen HSC-Frauen, die tonangebend waren und beim 7:4 nach zehn Minuten und beim 11:9 nach knapp 20 Minuten verdientermaßen führten. Danach kam es jedoch zum Bruch im HSC-Spiel und es sollte für lange Zeit wenig bis gar nichts mehr gelingen. Immer wieder luden die Frankfurterinnen die Altlandsbergerinnen mit ihren Fehlern zu einfachen Toren ein. Halbzeitübergreifend zappelte das MTV-Netz zwischen der 22. und 46. Minute nur noch dreimal, während die stark angeschlagene Anita Tumaszyk im HSC-Tor sich in dieser Zeit insgesamt sage und schreibe 16 Mal umdrehen durfte.
Liga hat höchste Priorität
HSC-Trainer Michael Schuster war nach dem Spiel enttäuscht: „Für mich ist es unerklärlich, warum wir nach 20 Minuten das Handballspielen einstellen. Wir hören auf, die einfachen Sachen zu spielen, die gelingen und wollen schön spielen. Leider haben wir erst kurz vor dem Ende wieder in die Spur gefunden. Heute bin ich nur mit dem ersten Drittel einverstanden.“ Gleichzeitig schob er jedoch nach: „Das Wochenende war eine absolute Zugabe für uns. Es ist wichtig, dass sich niemand verletzt hat und wir uns für die kommenden schweren Aufgaben in der Liga etwas einspielen konnten. Samstag in Massen zählt es für uns und genießt höchste Priorität.“
HSC 2000 (gegen Grün-Weiß Werder/gegen MTV Altlandsberg): Anita Tumaszyk – Nicol Leuschner 6 (4)/5 (5), Beatrice Zacharias 4/3, Julia Kupper 3/1, Annekathrin Lodtka 3/5, Nora Tübbicke 3/2, Elisa Winkowski 1/4, Lisa Berger 1/0, Teresa Egemann, Jasmin Henschel, Nadine Wegener, Kathleen Rußmann