Die Anfragen häufen sich: Wie das denn nun mit den Heiligabend-Gottesdiensten sei, wollen Christen und Nicht-Christen von Birgit Matzke-Hahn aus dem Gemeindebüro der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus wissen. Fakt ist: In diesem Jahr ist dabei vieles anders. Vor allem, dass man sich für die Gottesdienste anmelden muss, es Karten dafür gibt.

Nur ein Viertel der Plätze in den Kirchen sind nutzbar

„Wir dürfen die Gottesdienste feiern, denn sie gelten nicht als Veranstaltungen“, erklärt Gabriele Neumann, die geschäftsführende Pfarrerin der Kirchengemeinde zunächst. Doch die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln sind einzuhalten. Das bedeute, dass nur jede zweite Bankreihe besetzt werden darf und jeweils 1,5 Meter Abstand in den Sitzreihen zu halten ist. „Damit dürfen wir im Schnitt nur etwa ein Viertel der Plätze in einem Kirchenraum besetzen“, sagt Gabriele Neumann.
Wo in normalen Jahren 400 Menschen einen Heiligabend-Gottesdienst in der St.-Georg-Kirche mit feiern, dürfen es diesmal nur 100 sein, verdeutlicht die Pfarrerin. Sie und ihre Mitstreiterinnen mussten angesichts dessen neue Wege suchen. Einer davon heißt open air-Gottesdienst.

Mit dem Gottesdienst wird der Dorfplatz eingeweiht

So lädt Pfarrerin Susanne Noack am Heiligabend ab 15.30 Uhr an die Lichtenberger, ab 16.30 Uhr an die Hohenwalder Kirche ein. In Güldendorf findet der Gottesdienst ab 15 Uhr auf dem Festplatz am See, in Wulkow bei Booßen am Ökospeicher statt in der Kirche statt. Und in Kliestow wird mit dem Gottesdienst am Heiligen Abend faktisch der neu gestaltete Dorfplatz eingeweiht.
Für Lebus hat sich Pfarrerin Katharina Falkenhagen eine noch ungewöhnlichere Variante ausgedacht: Statt auf dem Bischofsplatz zusammen zu kommen, wie im Gemeindebrief angekündigt, will sie im „Engel-Mobil“ durch die Stadt fahren und an mehreren Stationen Halt machen. Wann und wo genau, werde per Postwurf an alle Haushalte noch mitgeteilt, so die Pfarrerin.

Maskenpflicht während des Gottesdienstes

Ob in der Kirche oder an der frischen Luft, für Beides gilt: Man muss sich anmelden und während des gesamten Gottesdienstes einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Besonders streng werden die Verantwortlichen aus der evangelischen Kirchengemeinde die Anmeldepflicht für die Weihnachts-Gottesdienste in den Kirchen der Innenstadt – St. Georg, St. Gertraud, St. Marien, Kreuz-Gemeindehaus und Heilandskapelle – handhaben.
„Wir müssen die Personendaten aller Gottesdienst-Besucher für eine möglicherweise nötige Rückverfolgung erfassen“, erklärt Pfarrerin Neumann. Im Gemeindebrief, der derzeit verteilt wird, ist das Procedere beschrieben.

Telefonische und Online-Anmeldung

Möglich ist die Anmeldung für die Gottesdienste am Heiligabend sowie für die Andachten an den Weihnachtstagen und in der Silvesternacht sowohl online als auch telefonisch. Allerdings nur im Zeitraum vom 14. bis 18. Dezember. Auf der Internetseite https://ekbo-termine.de sucht man sich die jeweilige Kirche und seinen Wunschtermin aus, prüft, ob Plätze frei sind, gibt seine persönlichen Daten ein und sendet die Reservierung ab. Per E-Mail gibt es eine Bestätigung.
An den vier Tagen ist zudem täglich von 9 bis 15 Uhr eine gesonderte Telefonnummer im Gemeindebüro besetzt: Unter 0335 3872815 können sich potenzielle Gottesdienst-Besucher registrieren lassen. Nachrichten auf dem Anrufbeantworter werden nicht berücksichtigt, heißt es.

Über Nachrücker entscheidet das Los

Über potenzielle Nachrücker soll das Los entscheiden. Dafür kann man sich telefonisch oder per E-Mail (gemeindebuero@kirchen-ffo.de) registrieren lassen. Grundsätzlich braucht jeder Besucher, auch wenn er aus einem Haushalt mit anderen kommt, eine eigene, personengebundene Reservierung.
Für die Frankfurter Ortsteile sowie Lebus und Wulkow gelten spezielle Reservierungs-Modelle. In Hohenwalde und Lichtenberg hat Pfarrerin Susanne Noack zum Beispiel kleine Anmelde-Coupons in alle Hausbriefkästen eingeworfen, die zum Gottesdienst ausgefüllt mitgebracht werden müssen. Dasselbe Procedere gilt für Wulkow. Zur organisatorischen Absicherung der Weihnachts-Gottesdienste werden diesmal besonders viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz sein, betonen die Pfarrerinnen dankbar.
Weiteres zu den Weihnachtsmärkten in Berlin und Brandenburg finden Sie auf unserer Themenseite.