Drachenfest

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Zu gefährlich zum Buggy-Fahren
Am Sonntagvormittag strömen die Besucher dann wieder herbei, um den auffrischenden Wind mit ihren Fluggeräten auszunutzen. Kitebuggy-Fahrer Frederick Meylan bleibt – anders als angekündigt – nur die Zuschauerrolle. Der Deutsche Meister von 2018 blickt entspannt auf die vielen Drachenfreunde. "Zwar ist es recht windig, aber eben doch nicht so doll, dass man gut Kitebuggy fahren könnte", erklärt er. Außerdem mache ihm der Anblick der vielen Menschen mit den Drachen zwar Freude – doch zum Buggy-Fahren seien es zu viele. Sein Fahrzeug, das von einem Lenkdrachen gezogen wird, hat schließlich keine Bremsen. Bei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 94 Stundenkilometern – der persönliche Rekord von Meylan – wäre das ein unverantwortliches Unterfangen. "Umsonst ist die Reise dennoch nicht gewesen", findet er. Denn er treffe hier viele alte Freunde wieder. Zum Beispiel Christian Wenzel.
Auch der ehemalige Frankfurter ist in der Kitebuggy und Drachen-Szene verankert. "Es hat mich nach Kiel verschlagen", sagt er und erzählt vom ersten Frankfurter Drachenfest Mitte der 1990er-Jahre, an das er sich noch gut erinnern kann. "Damals habe ich Christian Funk geholfen, Plakate anzukleben", schaut er zurück. "Vor 23 Jahren kamen bei weitem nicht so viele Menschen wie heute", sagt er. "Toll, was inzwischen daraus geworden ist".
An das erste Drachenfest kann sich auch noch Dennis Schoch aus Lichtenberg erinnern – es war der Anfang seiner Leidenschaft für die bunten Fluggeräte. Mittlerweile hat Schoch ein eigenes Drachenfest in dem Frankfurter Ortsteil auf die Beine gestellt. "Es ist schon das dritte Fest und findet am 26. Oktober statt", sagt er. Doch jetzt packt er erst einmal eine sogenannte Turbine aus.  Das 15 Meter lange bunte Teil aus Stoff hat er selbst zusammengenäht. Kurz darauf schwebt es getragen vom Wind über den Oderhängen.
Kindergartenchef Sebastian Karney steuert derweil mit einiger Präzision seinen Lenkdrachen durch die Luft. Knatternd schießt das Teil von links nach rechts und wieder zurück. "Das macht schon Spaß. Viel üben muss man nicht", findet er. Bis zum Mittag tanzen Dutzende bunte Punkte am Himmel. Dann setzt auch am Sonntag der Regen ein.

Der Herbstund die Drachen


Mit dem Jahreszeitenwechsel verschieben sich die Luftmassengrenzen, die Temperaturunterschiede werden größer. Dabei entsteht viel Wind, weshalb der Herbst ideal ist, um Drachen steigen zu lassen. Windstärke 3, also eine schwache Brise, reicht aus, damit Einleinerdrachen oder Lenkdrachen abheben. Gut geeignet sind große freie Flächen mit nur wenigen oder keinen Bäumen. Wichtig: Drachen sollten niemals in der Nähe von Hochspannungsleitungen fliegen. Auch wenn ein Gewitter aufzieht, müssen die Drachen sofort aus der Luft. thg