Hitze: Wenn die Blätter fallen und Schweine sich richtig suhlen
Stadtbäume haben dabei aufgrund versiegelter Flächen von vornherein schlechtere Standortbedingungen als Bäume in der freien Landschaft. „Damit haben sie es schon schwieriger, an Wasser zu gelangen“, berichtet Ricky Käks, der die städtische Baumkontrolle und -pflege koordiniert. Hitze und Trockenheit seien insbesondere für jüngere Bäume, die noch kein weitreichendes Wurzelsystem haben, ein Problem.
Werde die Wasserversorgung der Bäume schlechter, falle der Druck, mit dem das Wasser von den Wurzeln in die Kronen transportiert wird, ab. „Die Bäume müssen also härter arbeiten, um das Wasser bis in die Blätter transportieren zu können“, erklärt der Baum–Experte. Ein erstes Anzeichen für den Druckabfall seien hängende Blätter. Um die Verdunstung zu mindern, können die grünen Riesen die Spaltöffnungen ihrer Blätter schließen. Dadurch verringere sich aber auch die Aufnahme von Kohlendioxid und die Photosyntheseleistung — mit fatalen Folgen. Halte die Trockenheit weiter an, werfe der Baum die Blätter irgendwann ab. „Besonders empfindlich sind zum Beispiel Birken“, so Käks. Viele von ihnen hätten bereits den trockenen Sommer 2018 nicht überstanden. Einige Baumarten wie Pappeln, Weiden und Eichen reagierten teilweise sogar mit Astabwurf. Seit August 2018 bis heute seien bei Baumkontrollen 201 abgestorbene Bäume festgestellt worden, was auch auf die Hitze und Trockenheit zurückzuführen sei.
Die Baumpfleger konzentrieren sich nun in erster Linie auf die Jungbäume und wässern sie öfter. „Gute Erfahrungen haben wir mit den Bewässerungssäcken gemacht“, sagt Käks. Diese kommen in der Lennéstraße, Hamburger Straße, bei den Neupflanzungen im Magistratsteig und im Kleistpark zum Einsatz. Die Säcke werden mit Wasser befüllt und geben es dann langsam in den Boden ab. „Die Bäume freuen sich über jeden Tropfen Wasser“, sagt Käks. Gerade für jüngere Bäume gehe es bei der Witterung zum Teil ums Überleben. Wichtig beim Wässern sei, dass es langsam geschehe, damit der Boden das Wasser aufnehmen könne und es nicht in der Fläche verlaufe.
Tiere suchen Schatten
Aus der Tränke erfrischen, Schatten suchen oder sich im kühlen Schlamm suhlen — so sieht das Sommer–Programm von vielen der 350 Tiere im Frankfurter Wildpark aus. „Bei der Wärme suchen sich die meisten ein schattiges Plätzchen“, berichtet Detlef Zimmermann, Gruppenleiter im Wildpark. Mufflons vertragen die hohen Temperaturen ohne größere Probleme. Schafe hingegen nehmen ordentlich Flüssigkeit zu sich, um ihren Wasserhaushalt konstant zu halten. Unter Bäumen und Sträuchern macht es sich das Damwild in der Hitze gemütlich.
Zwei bis drei Mal täglich füllen Zimmermann und seine Kollegen die Tränken mit Wasser auf. "Wir haben diesen Sommer noch zusätzliche Tränken angeschafft“, sagt er, damit die Tiere rundum versorgt seien. Heu und Grünzeug bekommen die Schafe auch im Sommer zu fressen. "Wiederkäuer nehmen immer die gleiche Menge an Nahrung zu ich“, erklärt Zimmermann. Nebenan suhlen sich die Wildschweine im Schlamm — zur Abkühlung, gegen Parasiten und die vielen Mücken.

