Hochwasser-Hilfe: Sachspenden aus Frankfurt (Oder) und Lebus im Katastrophengebiet übergeben
Sie haben die Sachspenden ins Katastrophengebiet gebracht, wo sie an die vom Hochwasser betroffenen Familien verteilt werden. Aber selbst zur Schippe greifen sollten die fünf Helfer aus Frankfurt (Oder) und Lebus um Anika Breetsch und Sven van Dyk am Wochenende nicht. Denn an der Zufahrt ins Ahrtal stehen die Helfer Schlange.
13 Stunden Fahrt ins Katastrophengebiet
„Am Donnnerstag sind wir per SMS vom Verwaltungsamt in Ahrweiler informiert worden, wohin wir unsere Sachspenden bringen sollen – nach Grafschaft“, berichtet ein etwas erschöpft wirkender Sven van Dyk am Sonntagmittag. Der Malermeister aus Lebus und seine vier Mitstreiter waren am Samstagabend aus dem Katastrophengebiet in die Heimat zurückgekehrt. Hinter ihnen lagen zwei extrem lange und anstrengende Tage.
Spendenaktion
Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021
Nach 13 Stunden Fahrt seien sie am Freitagabend mit den zwei Klein-Lkw, darunter ein von der Firma Perlwitz spontan zur Verfügung gestellter, in Grafschaft angekommen. – Und sofort zu den angegebenen Abgabestellen gefahren, erzählt van Dyk.
Bei der Feuerwehr haben die Helfer aus Frankfurt und Lebus zunächst die vielen von Firmen und Privatpersonen aus beiden Oder-Städten gespendeten Schippen, Spaten, Besen und Eimer übergeben. „Wir haben gleich umgeladen, von unseren in die Feuerwehrautos“, berichtet der Lebuser.
Reinigungs-Gerät ging nach Bad Bodendorf und Sinzig
Er weiß, wohin die Feuerwehrleute die Gerätschaften gebracht haben – nicht nach Adenau und Altenahr, wie es zunächst geheißen hatte, sondern nach Bad Bodendorf und Sinzig, zwei ebenso betroffene Orte im Ahrtal. Das Wasser, die Reinigungs- und Hygienemittel sowie Gummistiefel übergaben die Helfer im Grafschafter Bürgerhaus, das zur Sammelstelle umfunktioniert ist. Hier können sich die Flut-Geschädigten alles Benötigte abholen bzw. es von hier anfordern.
Die Helfer aus dem Oderland sollten nicht in die abgesperrte Zone fahren. Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen, weiß Sven van Dyk. Zu viele Straßen sind beschädigt.
Doch vor allem war es die große Zahl auch unangemeldeter Helfer, die an der Zufahrt ins Ahrtal Schlange standen. Sie wurden mit Shuttlebussen in die zerstörten Orte gebracht. Es seien am Samstagmorgen Hunderte gewesen, die beim Aufräumen mit anpacken wollten, berichtet Sven van Dyk.
Blick auf Staubwolken über der Trümmer-Landschaft
Da hatten die fünf Spenden-Transporteure eben eher schlecht als recht nur wenige Stunden in ihren Fahrzeugen geschlafen und auf der Laderampe des Miet-Lkw gefrühstückt. Von der Sammelstelle im etwas höher gelegenen Grafschafter Industriegebiet aus habe man den Blick ins Ahrtal gehabt, erzählt der Innungsobermeister der Maler und Lackierer im Oderland.
Über dem Tal habe eine riesige Staubwolke gelegen. „Die ließ erahnen, mit welchem schweren Gerät die da bei der Schlammbeseitigung zugange sind“, sagt Sven van Dyk. Der Lebuser hat noch nie so viele völlig verschlammte Autos gesehen wie dort. Die Feuerwehrleute hätten ihnen Handyfotos von den Straßen im Ahrtal gezeigt, auf denen sich die Müllberge türmen – „mit Bäumen und Autos drauf“, so van Dyk.
Feuerwehrmann barg ein totes Kind aus den Trümmern
Besonder erschüttert hat ihn der Bericht eines Feuerwehrmannes, der seit sechs Tagen am Stück im Einsatz war. Er hat aus den Trümmern ein totes Kind geborgen.
Zur Tochter der Podelzigerin in Bad Neuenahr seien sie leider nicht gekommen, sagt van Dyk noch. Und dass er sich über den Brief von Frankfurts OB René Wilke gefreut habe. Der hatte den Spendensammlern „großen Respekt“ für ihr bürgerschaftliches Engagement gezollt, ihnen viel Kraft und eine gute Fahrt gewünscht.
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