Hochzeitsorte: Wo man sich in Frankfurt traut

Rathaus: Doren und Jörg Leu haben sich im Juli im Rathaus trauen lassen.
René MatschkowiakWährend der Bauzeit war erst das Kleistmuseum als Trauraum angedacht, wo man jetzt auch schon heiraten kann. „Aus rechtlichen Gründen ist das aber nicht möglich, denn ein Trauzimmer muss möglichst immer zur Verfügung stehen und das Kleistmuseum hat natürlich noch andere Aufgaben“, erklärt sie. Dafür wird jetzt der Hansesaal des Bolfrashauses favorisiert. „Der Vorteil für die Mitarbeiter im Standesamt ist natürlich, das die Wege zu unseren Übergangsbüros im Oderturm nicht allzu weit sind“, so Heike Ehresmann. Mit dem Standesamt umzuziehen, wird sowieso eine große Herausforderung, denn freilich sind die Mitarbeiter nicht nur für Eheschließungen verantwortlich. „Eigentlich macht das nur den kleinsten Teil der Arbeit aus“. Mitgenommen werden muss demzufolge das ganze Archiv der Einwohner der Stadt, weil mit den Akten immer gearbeitet wird. So muss das Geburtenregister 110 Jahre vorgehalten werden, das Eheregister 80 Jahre und das Sterberegister 30 Jahre. In elektronischer Form geschieht das erst seit etwa 10 Jahren. Danach wandern die Akten in das Stadtarchiv. Trauungen an den Außenstellen des Standesamtes werden auch weiterhin möglich sein. Momentan kann man sich außerhalb des offiziellen Trauzimmers im Forsthaus am Helenesee, in den Güldendorfer Seeterrassen, direkt am Helenesee-Strand, im Kleistmuseum und auf dem Ziegenwerder das Ja-Wort geben. „Mit diesem ‚Ja’ von beiden ist übrigens die Ehe auch rechtlich bindend geschlossen“, lächelt Heike Ehresmann. Eine Rücktrittsmöglichkeit gibt es nicht und die Unterschrift danach dokumentiert das Ganze nur. Die allermeisten Eheschließungen finden aber auch in diesem Jahr im Rathaus statt. Die Zahl hat sich seit etwa drei Jahren auf insgesamt etwa 250 pro Jahr eingependelt. Davor waren es um die 200. Etwas überraschend für das direkte Grenzgebiet, es wurden in diesem Jahr nur drei deutsch-polnische Ehen geschlossen. Vier gleichgeschlechtliche Paare traten ebenfalls vor den Trautisch. Die beliebtesten Hochzeitstage waren in diesem Jahr der 6. Juli und der gerade vergangene 10. August. Keine besonderen Daten also. In diesem Jahr wäre das höchstens der 1.9. 19 und das ist ein Sonntag. „Trauungen finden generell an allen Tagen der Arbeitswoche statt, Freitage und Sonnabende sind aber schon am beliebtesten“, so die erfahrene Standesbeamtin. An jeweils zwei Sonnabenden in den Monaten von April bis Oktober soll das auch weiterhin möglich sein. Was sich bei Eheschließungen während der Umbauphase ändern wird, sind wohl die Zeitabstände.
‚Nein’ hat noch niemand gesagt
„Bisher haben wir bei vielen Trauwünschen an einem Tag alle halbe Stunde Termine vergeben“, erklärt die Chefin des Standesamtes. Das könnte sich aufgrund der längeren Wege für die Mitarbeiter auf eine Stunde verlängern. Vielleicht aber auch gar nicht so schlecht, wenn nicht schon das nächste Brautpaar vor der Tür steht, sowie man das Trauzimmer verlässt. „Nein“, so Heike Ehresmann, hat übrigens auch noch kein Brautpaar während ihrer Arbeit als Standesbeamtin gesagt, das wird hoffentlich auch so bleiben.