Illegale Müllentsorgung
: Werktags kein Zugang mehr am Osteingang des Helenesees

Unbekannte haben tonnenweise illegalen Müll am Helenesee entsorgt. Der Betriebsleiter zog Konsequenzen.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Plakat an der Zufahrt zum Osteingang: Tagesgäste und Anlieger werden gebeten, den Zugang über den Haupteingang zu nutzen. Der direkte Weg zum Oststrand ist in der Nebensaison nur noch bei Badewetter an Wochenendtagen möglich.

Thomas Gutke

Kühlschränke, Waschmaschinen oder Hollywood–Schaukeln — seitdem am Helenesee die Nebensaison läuft, haben illegale Müllentsorgungen auf dem Gelände des Freizeit– und Campingparks wieder stark zugenommen. Das berichtet Betriebsleiter Uwe Grack, der sich maßlos über die Umweltverschmutzung aufregt. „Teilweise sieht es so aus, als würden Baufirmen hier abkippen. Wir haben Dämmwolle, Styropor, Rigips und anderen Sondermüll gefunden“, erzählt er.

Dem rücksichtslosen Treiben will der Betreiber des Sees nun nicht länger zusehen. Vor drei Tagen ließ Uwe Grack daher den Osteingang komplett sperren — auch für Anlieger. Der Zutritt per Zahlenschloss wurde ausgesetzt, „weil zu viele den Zahlencode kennen“, wie der Betriebsleiter sagt. Die Regelung gelte zunächst montags bis donnerstags, bei Regentagen auch an den Wochenenden. Also an allen Tagen, in denen das Kassenhaus am Oststrand während der Nebensaison nicht besetzt ist und ohne Sperrung ein unkontrollierter Zugang zum Gelände möglich wäre. „Das Tor bleibt solang geschlossen, bis wir eine bessere Lösung haben.“

Uwe Grack betont, dass für die zirka 1500 Anlieger auch über den Haupteingang am Helenesee die Möglichkeit besteht, zu ihren Pachtobjekten zu gelangen. Das Gleiche gelte für Tagesgäste, die mit dem Fahrrad oder per Bus zur Helene wollen. Bei den Anliegern wirbt er um Verständnis. „Es geht um mehr Sicherheit, mehr Ordnung und letztlich auch eine stabile Pacht. Wir wollen keine Kosten für die Entsorgung illegal abgeladenen Mülls auf die Anlieger umlegen müssen“, sagt er.

Nebensaison bis 21. Oktober

Für die nächste Saison sucht die Helenesee AG nun nach intelligenten Lösungen, um einerseits den Zugang für die Pächter zu verbessern und andererseits illegale Zutritte zu vermeiden. Eine Überlegung sei die Installation eines Tores, das per Chipkarte und Lesesäule geöffnet werden kann.

Parallel dazu denken die Betreiber ebenso über Zugangsbeschränkungen am Haupteingang während des Winters nach. Auch hier hätten Unbekannte in den vergangenen Wochen — an Schlechtwetter–Tagen — Sperrmüll und Bauschutt hinterlassen. „Wir sind intensiv am überlegen und ausprobieren, wie wir den Eingangsbereich so umgestalten, dass wir den Frankfurtern den See im Winter nicht nehmen. Und uns zugleich besser vor Vandalismus oder Einbrüchen schützen.“

Die Nebensaison läuft noch bis zum 21. Oktober. Dann wird das gesamte Gelände winterfest gemacht, also unter anderem das Wasser abgestellt, um Frostschäden zu vermeiden. Die neue Saison startet dann wieder spätestens Ende März, sobald es wieder dauerhaft wärmer wird.

Auch wenn es für eine abschließende Bilanz noch zu früh sei, sagt Uwe Grack: „Es war eine lange und ereignisreiche Saison. Viele Berliner entdecken mehr und mehr den See für sich. Wir Frankfurter haben uns an die Natur, das klare Wasser, die Eichhörnchen gewöhnt. Für gestresste Hauptstädter ist die Fahrt an die Helene dagegen fast so etwas wie ein Kurzurlaub. Wir hatten viele gute Rückmeldungen.“

Weniger schön hingegen seien die Müllimporte, die der Betriebsleiter auch bei der Polizei zur Anzeige bringen will. Derzeit seien er und seine Kollegen noch dabei, Videomaterial vom Eingang am Oststrand auszuwerten.