Infrastruktur: FWA investiert 1,1 Millionen
Die Luft flimmert in der Hitze, den Männern rinnt der Schweiß von der Stirn. Selbst Baggerfahrer Jörg Guha.
Mehr als fünf Meter tief ist die Baugrube, die die Schaufel der Maschine im Kreuzungsbereich der B112-Ortsumgehung und der Zufahrten nach Rosengarten und zum Wildpark bereits gegraben hat. Im März haben die Arbeiten zum Umbau und zur Erweiterung des Abwasserpumpwerks Lillihof begonnen.
Es war Mitte der 90er Jahre im Rahmen eines ganzen Ringes von Abwasserleitungen errichtet worden und pumpt das Schmutzwasser aus Haushalten in Jacobsdorf, Biegen und Pillgram sowie aus Gewerbegebieten in Jacobsdorf und von der Tank- und Rastanlage Biegener Hellen an der Autobahn zur Kläranlage in Frankfurt.
Dort, wo sonst nur zwei graue Kästen, die Steuerschränke, vom Pumpwerk in der Erde künden, befindet sich nun eine der größten Baustellen der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA). Die lässt sich die komplette Erneuerung der Anlage, den Einbau neuer, energieeffizienterer Pumpen, einer neuen elektronischen Steuerung und von zwei neuen Staukanälen mehr als 700 000 Euro kosten.
Die beiden Staukanäle mit einem Durchmesser von 2,20 und 2,60 Metern sollen zusätzliche Speicherkapazität für Schmutz- bzw. gemischte Abwasser schaffen, erklärt FWA-Technologe Ronald Börne. Denn bei Starkregen komme bis zu dreimal so viel Abwasser in der Kläranlage an. Das lasse den Rückschluss zu, dass offenbar viele Anlieger illegal Niederschlagswasser von ihren Grundstücken in den Schmutzwasserkanal einleiten, so Börne. Die Staukanäle werden es ermöglichen, die Wassermassen kontrolliert zur Kläranlage zu leiten.
„Die Baustelle ist voll im Zeitplan“, sagt FWA-Bauleiter André Pisch. Die Männer der Laute Pumpwerksbau haben in der Grube eine provisorische Umleitung des Abwasserkanals gelegt, um Baufreiheit für die neue Anlage zu bekommen. Das alte Pumpwerk bleibt bis zur Inbetriebnahme des neuen in Funktion. André Pisch rechnet für den September damit. „Die Bürger werden davon nichts merken. Denn in der Umschaltzeit soll das Abwasser mittels Saugwagen mobil entsorgt werden“, so der FWA-Bauleiter.
Dass die Baumaßnahme so teuer ist und lange dauert, erklärt Pisch auch damit, dass eine Baustraße gebaut, Versorgungsleitungen umverlegt und Spundwände in der Baugrube gesetzt werden mussten. Außerdem laufen die Vakuumpumpen zur Entwässerung Tag und Nacht.
Neue Hauptversorgungsleitung
Doch das Abwasserpumpwerk Lillihof ist nicht die einzige Baustelle der FWA im Ortsteil Rosengarten-Pagram. Auch in Rosengarten selbst wird gebaut: Seit März wurde zuerst die Hauptversorgungsleitung aus Richtung Lichtenberg erneuert. Nun werden große Teile des Trinkwasserleitungs-Ortsnetzes ausgetauscht. „Die Rohrbrüche haben sich in den alten Asbestzementleitungen aus den 70er Jahren gehäuft“, erklärt FWA-Sprecherin Anne Silchmüller. Die Arbeiten, die voraussichtlich Ende Oktober abgeschlossen sein sollen, kosten rund 400 000 Euro.
Die Bauweise im gesteuerten Rohrvortrieb mit nur punktuellen Gräben vermeidet größere Verkehrseinschränkungen. Als nächstes sollen die Ortsnetze von Lossow (2021) und Kliestow (2022) erneuert werden.

