Japantournee: Staatsorchester faltet Kraniche in Hiroshima

Vor dem Denkmal für Katastrophenopfer Sadako Sasaki: Frankfurts Staatsorchester auf Japantournee.
Uwe StiehlerIhre Japantournee führte die Musikerinnen und Musiker des Brandenburgischen Staatsorchesters nun an jenem Ort vorbei, wo am 6. August 1945 die weltweit erste Atombombe explodierte. Um ihre Abscheu vor Krieg und Massenvernichtung auszudrücken, haben sie selbst gefaltete Papierkraniche im Gedenkpark von Hiroshima hinterlassen.
Dass der Besuch ihnen allerdings so nahe gehen würde, damit hatte keiner von ihnen gerechnet. Als die Reisenden vor dem Denkmal standen, das an das Mädchen Sadako Sasaki und an die vielen, bei dem Abwurf der Bombe ermordeten Kinder erinnert, sang dort eine Schulklasse derart berührend, dass den Frankfurter Musikern das Wasser in den Augen stand.
Wunsch frei für 1000 Kraniche
Sadako Sasaki hatte als Zweijährige in Hiroshima den Abwurf der Atombombe überlebt und wuchs als scheinbar gesundes Kind heran. Mit zwölf Jahren bekam sie, wie viele Hiroshima–Kinder damals, Leukämie. Als sie von der Legende hörte, dass einen Wunsch frei hat, wer tausend Papierkraniche faltet, begann sie, diese Vögel mit Origami, einer alten Papierfalttechnik, nachzubilden. Im Krankenhaus faltete Sasaki laut ihrem Bruder um die 1600 Kraniche. Die Krankheit konnte sie nicht besiegen. Sadako Sasaki starb am 25. Oktober 1955.
Durch sie wurde der Papierkranich zum weltweiten Symbol gegen Atomkraft. Sadako Sasaki stand am Anfang einer weltumspannenden Friedensbewegung, die gerade Kinder besonders beschützen will. Die Anlage mit der beflügelten Statue Sadakos steht in Hiroshima als Mahnung an den Weltkinderfrieden.