Katastrophenschutz: Feuerwehr-Projekt vorerst geplatzt

Gemeinsamer deutsch-polnischer Höhenrettungsdienst: Die Zusammenarbeit sollte durch das Projekt ausgebaut werden.
Feuerwehr„Ich könnte heulen“, sagt Wolfgang Welenga, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes, am Freitag. Enttäuscht darüber, wie mit der Freiwilligkeit umgegangen wird, sei nicht nur er. Welenga spricht von fehlender „Wertschätzung der EU“ und verweist darauf, dass sich nicht nur Frankfurt mit diesem Projekt beworben hatte, sondern viele Partner. „Das ist ein herber Schlag für die Kameraden. Wenn eine Katastrophe ist, sind sie die ersten, die vor Ort sind“, erzählt er. Das Projekt sei wohl zu schlecht begründet gewesen.
„Der beispielhafte Charakter der grenzübergreifenden Zusammenarbeit fand Anklang“, erklärt Toralf Schiwietz, Geschäftsführer der Euroregion Pro Europa Viadrina zwar. Jedoch habe die Projektkonstellation keine Mehrheit gefunden, was mit der Frage nach der Begründetheit der Investition zu tun hatte. „Es gab Projekte mit einer besseren Bewertung“, erklärt Schiwietz.
Zum Beispiel bekommt das IHP gut 1,1 Millionen Euro Förderung für ein Projekt, in dem zusammen mit Zielona Góra die Wasserverhältnisse der Oder untersucht werden. Wie das Feuerwehr-Projekt gehört es zum Bereich Kooperationen. Im Bereich Bildung wird das grenzüberschreitende „Berufskarussell“ des Internationalen Bundes mit knapp 120 000 Euro bezuschusst. Ein Projekt, in dem 700 Jugendliche aus Frankfurt und Słubice unter anderem mit einer App die Nachbarsprache vertiefen sollen, bekommt eine Förderung von fast 700 000 Euro. Im Bereich Bildung wurde ein Projekt abgelehnt, das den Volkshochschulgedanken im Słubicer Kulturhaus Smok etablieren sollte. „Wer bei der Bewertung unter 60 Punkten liegt, erfüllt die Anforderungen an das Programm nicht“, erklärt Schiwietz.
Von März bis Mai jedoch laufe der nächste Call, bei dem sich abgelehnte Projekte erneut bewerben können. Im Bereich Kooperationen stehen dann 5 Millionen Euro zur Verfügung, im Bereich Bildung sind es 1,7 Millionen.