In seiner Predigt beschäftigte sich der Erzbischof vor mehr als 300 Christen aus Deutschland und Polen mit der Bedeutung des Heiligen Geistes. Es sei oft eine Frage der Perspektive, erläuterte Heiner Koch und erinnerte an die Situation der Jünger nach der Kreuzigung von Jesus Christus. Diese seien nach Ostern in Passivität und Resignation verharrt, hätten sich zurückgezogen aus Angst, nicht weiter gewusst. Da sei keine Spur einer kraftvollen Gemeinschaft gewesen. Am Kreuze hauchte Jesus Christus seinen Geist aus, und an Pfingsten empfingen ihn die Jünger. Die gleichen Jünger, die sich so ängstlich zurückgezogen hatten, machten sich nun auf den Weg, zogen hinaus in die Welt und verkündeten das Evangelium in allen Sprachen dieser Welt. Geändert habe sich die Welt damals nicht, geändert habe sich ihre Perspektive. Seit Pfingsten lebten die Jünger anders, von Gottes Geist erfüllt, schöpferisch und glaubenstreu, so Heiner Koch. Dies wolle er auch im August 2019 den jungen Firmlingen in Frankfurt zurufen, sie mögen offen und mit Gottvertrauen auf die Welt zugehen.
Nach der Anrufung des Heiligen Geistes, der Glaubensbefragung und dem Glaubenslied traten die jungen Christen zusammen mit ihren Paten an den Altar, um die Spendung des Sakraments der Firmung zu empfangen. Heiner Koch strich den Firmlingen mit einem Salböl ein Kreuz auf ihre Stirn und sagte: "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist."
Heiner Koch, Jahrgang 1954, wurde im Juni 2015 von Papst Franziskus zum Erzbischof von Berlin ernannt. Kochs Amtsvorgänger Kardinal Rainer Maria Woelki übergab ihm den Bischofsstab von Alfred Kardinal Bengsch (1921-1979), der in Neuzelle studiert hatte, die katholische Kirche zu DDR-Zeiten leitete und noch heute in vielen Gemeinden unvergessen ist. Das Erzbistum Berlin umfasst heute neben der deutschen Hauptstadt auch weite Teile Brandenburgs sowie Vorpommern und Regionen in Sachsen-Anhalt.
Mit Kerzen durchs Hauptportal
Musikalisch begleitet wurde der Festgottesdienst, der in deutscher und polnischer Sprache gefeiert wurde, von der Ökumenischen Jugendkantorei unter der Leitung von Stephan Hardt. Während die Gemeinde zum Abschluss das Lied "Großer Gott wir loben dich" anstimmte, nahmen die Firmlinge ihre Kerzen und zogen durch das Hauptportal hinaus, der Erzbischof und die weiteren Geistlichen folgten ihnen. Nach einem kleinen Umzug um die Heilig-Kreuz-Kirche stellten sich die Firmlinge mit den Geistlichen im Innenhof zu einem Gruppenfoto auf. Dabei gab es auch ein frohes Wiedersehen mit lieben Freunden und Bekannten, so waren beispielsweise auch die fleißigen und aufmerksamen Erzieherinnen des Kindergarten Heilig Kreuz mit vor Ort. Da erinnerte man sich im ungezwungenen Gespräch an jene Tage, da die Firmlinge, die jetzt 15 oder 16 Jahre alt sind, noch als Vierjährige im Kindergarten unbeschwert tanzten und sangen.

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