KI in Frankfurt (Oder): Wie Unternehmen ChatGPT besser nutzen können

An Künstlicher Intelligenz kommt auch der Mittelstand in Ostbrandenburg längst nicht mehr vorbei. Ein Projekt der Uni Viadrina in Frankfurt (Oder) und eines Wirtschaftsverbandes will Unternehmen nun dabei unterstützen, KI sinnvoll einzusetzen. (Illustrationsbild)
dpa/Uli Deck- ENS Viadrina und BVMW machen Firmen in Ostbrandenburg fit für KI.
- Sechs regionale Betriebe testen konkrete Anwendungen wie Übersetzungen.
- Ziel: sinnvoller KI-Einsatz trotz Fachkräftemangel und Digital-Lücken.
- Elektro Jahn: KI für Logistik, Beschaffung, Projekt- und Ressourcenplanung.
- Heckmann: Entscheider schulen, KI v. a. in Verwaltung, Planung, Organisation.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Künstliche Intelligenz ist längst kein Thema mehr nur für große Technologiekonzerne. Auch kleine und mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die neuen Technologien sinnvoll einzusetzen. Genau hier setzt ein neues Projekt an: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) arbeitet gemeinsam mit der European New School of Digital Studies (ENS) der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) daran, regionale Betriebe fit für KI zu machen.
In dem Transfer- und Praxisprojekt kooperieren Wissenschaftler mit sechs Unternehmen aus Ostbrandenburg. Ziel ist es, konkrete KI-Anwendungen zu testen – und den Mittelstand beim Einstieg in die Technologie zu unterstützen.
Gerade in einer Region mit Fachkräftemangel und noch immer digital unterversorgten Betrieben kann dieser Austausch entscheidend sein. „Das Projekt stiftet echten Mehrwert für lokale Unternehmen“, sagt Mariusz Rzeznikiewicz vom BVMW.
Viele Fragen seien grundlegend: Wie funktioniert ChatGPT – und wo liegen seine Grenzen? „ChatGPT gibt immer Antworten, manchmal auch absurde. Entscheidend ist, wie man die Systeme richtig nutzt“, betont Rzeznikiewicz.
Austausch zwischen KI-Forschung und Wirtschaft in Frankfurt (Oder)
Lauri Wessel, Professor für Information Management and Digital Transformation an der ENS, verweist darauf: „Großkonzerne haben oft die gleichen Fragen wie kleine Unternehmen – nur verfügen sie über mehr Ressourcen für Weiterbildung. Deshalb ist der Austausch zwischen Forschung und Wirtschaft so wichtig.“

Teilnehmer des KI-Projektes von BVMW und Viadrina bei einem Workshop in Frankfurt (Oder).
Mariusz RzeznikiewiczIn Workshops im Rahmen dieses Projektes analysieren die Beteiligten konkrete Anwendungsfälle aus den Betrieben. „Es gibt nicht die eine KI“, sagt Wessel. „Wichtig ist: Welche konkrete Lösung benötigt das konkrete Unternehmen?“ Ein Beispiel: Ein Betrieb arbeitet eng mit Kunden in Polen zusammen. „Wenn die Mitarbeiter kein Polnisch sprechen, kann eine KI-gestützte Übersetzungslösung schon heute eine enorme Hilfe sein“, sagt Wessel.
ENS und BVMW
Die ENS an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) steht für European New School of Digital Studies. Es ist ein interdisziplinäres Institut, das sich mit der Digitalisierung aus Perspektiven wie Politik, Gesellschaft und Technologie beschäftigt und dazu Studiengänge (Master of Digital Entrepreneurship, Master of Digital Studies) sowie Forschung anbietet. Mehr unter europeannewschool.eu, per Mail: ens@europa-uni.de oder Telefon: 0335 5534166780.
Der BVMW - kurz für Bundesverband mittelständische Wirtschaft - vertritt die Interessen kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Er bietet zudem Netzwerke, Beratung und Veranstaltungen, um den Austausch und die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands zu stärken. Mehr unter bvmw.de/de/brandenburg, per Mail: mariusz.rzeznikiewicz@bvmw.de oder Telefon: 0335 66411499
Auch die beteiligten Unternehmen sehen in dem Projekt vor allem eine Chance, Erfahrungen zu sammeln und konkrete Verbesserungen zu entwickeln. „Für uns bei Elektro Jahn ist die Teilnahme an diesem Projekt eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens“, betont Markus Jahn, Geschäftsführer der Elektro Jahn GmbH.

Lauri Wessel von der ENS der Viadrina und Mariusz Rzeznikiewicz vom BVMW.
Mariusz Rzeznikiewicz/BVMWDigitalisierung und Künstliche Intelligenz seien längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern prägten bereits heute die moderne Elektrotechnik. Sein Unternehmen sehe großes Potenzial darin, betriebliche Abläufe zu verbessern – etwa in der Logistik, der Materialbeschaffung oder der Projekt- und Ressourcenplanung. „Durch den Einsatz von KI wollen wir nicht nur effizienter werden, sondern auch die Präzision und Qualität unserer Arbeit für den Kunden weiter steigern“, erklärt er.
Welche KI-Anwendungen sind sinnvoll für ein Unternehmen?
Auch Randy Millatz, Geschäftsführer der Heckmann Stahl- und Metallbau Ost GmbH in Eisenhüttenstadt, beschreibt den Einstieg in das Projekt als Reaktion auf eine Entwicklung im eigenen Betrieb. Immer häufiger habe es aus der Belegschaft geheißen, man müsse „mal etwas mit KI machen“. Deshalb sei es wichtig gewesen, zunächst bei den Entscheidern Wissen aufzubauen. Die Entwicklung in diesem Bereich verlaufe so rasant, dass es besonders wertvoll sei, direkt von der Forschung zu lernen, sagt Millatz.
Für sein Unternehmen gehe es vor allem darum zu verstehen, welche Anwendungen überhaupt sinnvoll sein könnten und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssten. Gleichzeitig sei klar, dass sich handwerkliche Arbeit in der Werkstatt auf absehbare Zeit kaum durch KI ersetzen lasse. Gerade deshalb sei es wichtig, die Technologie dort einzusetzen, wo sie wirklich helfen könne – etwa in Verwaltung, Planung oder Organisation.

