Kind in Frankfurt (Oder)
: Malte (11) hat Kinderdemenz – Spender für Delfintherapie gesucht

Malte (11) aus Frankfurt (Oder) war ein ganz normaler Junge. 2021 kam die Schockdiagnose Kinderdemenz. Niemand weiß, wie lange er noch lebt. Nun sammelt die Familie Spenden für eine Delfintherapie.
Von
Felix Krone
Frankfurt (Oder)
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Der elfjährige Malte im heimischen Wohnzimmer in Frankfurt (Oder). Der Junge leidet Metachromatischer Leukodystrophie. Eine unheilbare, lebensverkürzende Krankheit.

Felix Krone

Bei Familie Krüger in Frankfurt (Oder) steht ein Rollstuhl vor der Wohnungstür. Malte (11) ist auf ihn angewiesen. Bis vor wenigen Jahren war er ein gesunder Junge, der gerne schwamm und Fußball spielte. 2021 kam dann die Diagnose, die das Leben der gesamten Familie auf den Kopf gestellt hat.

„Bis dahin war er für mich vermeintlich gesund“, berichtet Diana Krüger, die Mutter des 11-Jährigen. Doch dann wurde bei Malte Metachromatische Leukodystrophie diagnostiziert, eine seltene genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung mit neurodegenerativem, also „Hirn-abbauendem“ Charakter – daher ist auch von einer Kinderdemenz die Rede. Die Betroffenen verlieren nach und nach alle vorher erlernten Fähigkeiten. „Wie viel Zeit wir noch gemeinsam haben, können die Ärzte leider nicht sagen“, so Krüger.

Malte aus Frankfurt (Oder) verlernte plötzlich das Fahrradfahren

Zuerst seien ihr bei ihrem damals acht Jahre alten Sohn Konzentrationsstörungen aufgefallen. Sie habe diese zunächst für eine Folge der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Homeschoolings gehalten, erinnert sich die Mutter. Doch dann seien motorische Probleme bei Malte hinzugekommen. So habe er plötzlich das Fahrrad fahren verlernt und Schwierigkeiten gehabt, sich die Schuhe zu binden.

Am Anfang habe er die Probleme überspielt. Ihm sei es unangenehm gewesen, vorher normales plötzlich nicht mehr zu können – etwa das von ihm geliebte Fußball spielen. Seitdem haben sich die Symptome des Jungen verschlimmert.

Maltes Diagnose stellte Leben der Familie auf den Kopf

Schreiben, sprechen, essen – „alles wieder weg“, berichtet Krüger im heimischen Wohnzimmer, während ihr Sohn neben ihr sitzt. Er trägt ein Oberteil mit dem Wappen des FC Bayern und blickt gespannt auf den Fernseher, auf dem eine Kinderserie läuft. Hin und wieder lächelt er.

Seit der Diagnose habe die vierköpfige Familie „das ganze Leben darauf abgestellt, dass er gut zurechtkommt“, sagt sie. Die Altbauwohnung im Dachgeschoss, die sie vorher bewohnten, mussten sie mangels Fahrstuhl aufgeben. „Wir sind extra wegen Malte hier hergezogen“, erzählt Krüger. Im Januar 2024 habe die Familie zudem ein neues Auto mit Rollstuhlrampe angeschafft.

Delfintherapie soll Maltes Schmerzen lindern

2019 habe Malte noch sein Seepferdchen gemacht, sei eine richtige Wasserratte gewesen. „Er war super gerne im Wasser“, berichtet seine Mutter, er genieße es immer noch zu baden. „Deshalb würden wir ihm gerne jetzt eine Delfintherapie ermöglichen“, erklärt sie. „Dort entspannt er und spürt die Schmerzen, die ihm seine Spastiken bescheren, nicht so sehr. Und ich denke, die Impulse, die die einfühlsamen Delphine auslösen, tun ihm einfach gut.“

Liebt das Wasser: Malte aus Frankfurt (Oder). Seine Familie sammelt darum Geld für eine Delfintherapie.

Diana Krüger

„Wir wissen, dass wir ihn nicht retten“, sagt sie in Hinblick auf die fortschreitende Erkrankung ihres Sohnes. Sie wolle ihm einfach „etwas Gutes mitgeben“. Eine Delfintherapie sei laut Krüger zum Beispiel in der Türkei möglich – allerdings „ganz schön teuer“, wie sie erklärt. Die Möglichkeit, dafür Zuschüsse von der Krankenkasse zu erhalten, bestehe ihr zufolge nicht. Daher hat Diana Krüger auf der Plattform Gofundme einen Spendenaufruf veröffentlicht.

Spendenaufruf für Malte aus Frankfurt (Oder)

Über 4700 Euro sind dort schon gespendet worden. Sie hofft, dass insgesamt 12.000 Euro für die Delfintherapie zusammenkommen. Darüber hinaus hat sie eigens ein Spendenkonto angelegt. Wer sich beteiligen möchte, kann bei Gofundme spenden oder unter dem Verwendungszweck „Delphintherapie für Malte„ an die IBAN DE 02 1704 0000 0201 8513 02 überweisen.

Trotz der Schwierigkeiten erfahre die Familie, zu der neben Malte und seiner Mutter noch ihr Partner und Maltes älterer Bruder gehören, viel Zuspruch und Rückhalt. Auch einige ihrer Kollegen hätten bereits gespendet und würden am Schicksal der Familie Anteil nehmen, berichtet Krüger – etwa Ende vergangenen Jahres mit der Frage, was sich Malte zu Weihnachten wünscht. Dafür sei sie sehr dankbar, sagt sie.

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