Kleines Kino in Frankfurt (Oder)
: Ein Abend für Filmfans im Cinestar mit Loriot

Vor 30 Jahren gründete sich der Verein Kleines Kino in Frankfurt (Oder). Er bietet bis heute Alternativen zu den großen Blockbustern – und feiert im Cinestar sein Jubiläum mit Loriot.
Von
Jörg Kotterba
Frankfurt (Oder)
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Brigitte Kabel am Dienstag dieser Woche vor dem CineStar in Frankfurt (Oder), der Spielstätte vom Kleinen Kino. Sie ist oft mit dem Rad unterwegs

Jörg Kotterba

Loriot-Fans, aufgepasst: An diesem Freitag wird im CineStar in Frankfurt (Oder) mit Vicco von Bülow (1923-2011), dem Großmeister deutschen Humors, Jubiläum gefeiert. Das Kleine Kino ist jetzt 30 Jahre alt – und lädt zu „Loriots großer Trickfilmrevue“ und zur Musik der „Tesa Brassers“, einem Filmquiz sowie Imbiss und Getränken ein.

„Wir gründeten uns auf Initiative des Journalisten Fred Pilarski am 11. Mai 1993 im damaligen Kleinen Theater an der Rosa-Luxemburg-Straße“, blickt Brigitte Kabel zurück. Es sollte eine Alternative zum kommerziellen Kino sein. „Wir wollten künstlerisch wertvolle Filme zeigen, quasi 'ne Nische belegen. Das ist gelungen.“

Brigitte Kabel arbeitete als Dramaturgin im Kleist-Theater

Schon sechs Wochen nach Gründung, am 26. Juni 1993, liefen im Kleinen Theater mit der „Feuerzangenbowle“ und der „Rocky Horror Picture Show„ die Premieren-Filme im alten 16-Millimeter-Standard. Die Technik hat sich in drei Jahrzehnten genauso verändert wie die Spielorte. Brigitte Kabel, die seit 1969 bis zum bitteren Aus im April 2000 als Dramaturgin im Kleist-Theater arbeitete, nennt das Kleine Kino „ein Kino ohne Kino. Die Liste unserer Spielorte ist lang – vom Mikado über das Kulturhaus der Eisenbahner und Bolfrashaus bis zum Audimax im Gräfin-Dönhoff-Gebäude der Viadrina und der Stadt- und Regionalbibliothek.“

Längst hat der Verein im CineStar eine wahre Spielstätte gefunden. „Dieser Anlaufpunkt aller Kinofreunde der Region ist unser neues Zuhause. Dafür sind wir Theaterleiterin Rita Fago und ihrem Team sehr dankbar.“

Gab es eine Bewährungsprobe für das Kleine Kino?

Gern erinnert sich Brigitte Kabel an Gastspiele, so im Kunstverein Galerie B im Haus der Künste. Dort wurde „Sommerliebe“, ein DEFA-Streifen von 1955, gezeigt. „Mit diesem Film wurde 1955 das Lichtspieltheater der Jugend, heute Altes Kino genannt, eröffnet.“ Die „Rocky Horror Picture Show“, geplant als Sommerfilm auf dem Ziegenwerder, wurde wegen schlechten Wetters in der damaligen Landeszentralbank gezeigt.

Und wann erlebte das Kleine Kino eine echte Bewährungsprobe? Brigitte Kabel muss nicht lange überlegen: „Zur Corona-Zeit. Wir mussten in den Jahren 2020 bis 2022 insgesamt fast 20 Monate pausieren. Aber längst geht es wieder bergauf.“

Feier am Freitag im Cinestar in Frankfurt (Oder)

Während viele Cineasten von einst aus dienstlichen oder privaten Gründen im Laufe der Jahre dem Verein „Tschüss!“ sagen mussten, hielten Brigitte Kabel, die kleine Frau mit der Mireille-Matthieu-Frisur, und Anke Lehmann durch. „Wir sind jetzt 17 Mitglieder, von denen ich unbedingt Oliver Steffen, unseren Filmtechniker, und Günter Bönisch, den Kassenwart des Vereins, hervorheben muss.“

Zur Jubiläumsfeier habe man „natürlich auch Ehemalige eingeladen. Überhaupt: Jeder, der das Kino liebt, ist an diesem Freitag (29.09.) willkommen.“ Der Abend wird um 19.30 im CineStar, Kino 4, eröffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro.

Weitere Informationen zum Programm gibt es www.kleines-kino.de

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