Klinikum Frankfurt (Oder): Geburt in Markendorf – was werdende Eltern wissen müssen

Das Klinikum Frankfurt (Oder) ist die Anlaufstelle für werdende Eltern aus der Oderstadt und Eisenhüttenstadt. (Symbolfoto)
Patrick Pleul/dpaEine überwältigende Mischung aus Vorfreude, Nervosität und Aufregung ist bei Menschen nicht selten, wenn die Geburt ihres Babys zum Greifen nah ist. Die Beschäftigung im Vorfeld mit der Frage, wie eine Geburt biologisch abläuft, ist deshalb ebenso wichtig wie die, wie die Abläufe dort organisiert sind, wo die Geburt stattfinden soll.
Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage mitteilt, wurden 2023 in der Oderstadt 2482 Geburtsurkunden ausgestellt. Prinzipiell sind auch in Frankfurt (Oder) zwar Hausgeburten möglich, die allermeisten Säuglinge kommen aber im Klinikum in Markendorf auf die Welt. Dort zieht es seit der endgültigen Schließung der Geburtenstation in ihrer Stadt im Jahr 2023 auch Eisenhüttenstädter hin, die ein Kind erwarten. Doch wie genau ist die Geburt im Klinikum organisiert?
Anmeldung der Geburt im Klinikum in Frankfurt (Oder)
Das Markendorfer Klinikum bietet an jedem ersten Donnerstag eines Monats – um 18 Uhr – einen Informationsabend für werdende Eltern und ihre Angehörigen an. Das Klinikum versuche, die Wünsche der gebärenden Frau bestmöglich zu erfüllen, bekräftigt die vortragende Hebamme aus dem Team der Geburtshilfe während einer dieser Abende. Um diese Wünsche zu besprechen, empfiehlt sie, einen Termin zur Hebammensprechstunde unter der Nummer 0335 54 82 701 zu vereinbaren. Hier wird auch die Geburt angemeldet.
Bestehen relevante Vorerkrankungen, ist die Lage des Kindes ungünstig oder liegt eine Mehrlingsschwangerschaft vor, empfiehlt das Klinikum die Geburtsplanung durch einen Arzt in Anspruch zu nehmen. Hier wird gebeten, sich unter der Nummer 0335 54 82 736 zu melden. In diesen Fällen ist eine Überweisung vom Gynäkologen notwendig.
Vor der Geburt sei es wichtig, führt die Hebamme weiter aus, rechtzeitig, also etwa ab der 32. Schwangerschaftswoche, eine Kliniktasche zu packen, damit es schnell gehen kann, wenn es ernst wird. Mitbringen sollen die Schwangeren ihren Mutterpass, die Versichertenkarte, bequeme Kleidung, nach Möglichkeit einen Still-BH, Hausschuhe und eventuell erste Anziehsachen für das erwartete Kind.
Die Frauen sollten sich, wenn es so weit ist, fahren lassen oder die Rettungsleitstelle (0335 19 222) sowie bei Bedarf den Notruf kontaktieren, fügt sie hinzu. Auf keinen Fall aber sollten sie sich selbst ans Steuer setzen.
Partnerin und Partner gern gesehen bei Geburt im Klinikum
Derzeit stehen im Klinikum vier Kreißsäle zur Verfügung, die unterschiedlich ausgestattet sind und vorab virtuell begutachtet werden können. Ausgestattet sind die Räume jeweils mit Betten, die verstellbar sind und so unterschiedliche Positionen zum Gebären ermöglichen.
Youtube-Video: Kreißsaalrundgang im Klinikum Frankfurt (Oder)
In einem der Säle hängt ein Seil herunter, an dem sich die Gebärende festhalten kann, um kräftiger pressen zu können, und eine Sprossenwand steht ebenfalls zur Verfügung. Ein anderer Saal hat eine virtuelle Decke, die einen blauen Himmel zeigt und entspannen soll. Auch Hocker und große Geburtsbälle fehlen nicht.
Entspannungsbäder, Musik oder speziell für den Geburtsvorgang entwickelte Schmerzmittel – oder bei Bedarf auch eine Periduralanästhesie (PDA) – sollen den Frauen helfen, den Geburtsvorgang so angenehm wie möglich zu gestalten, ohne dass die Wehen, die für die Geburt wichtig sind, gänzlich verschwinden. Auf Wunsch darf der Partner oder die Partnerin während der Geburt an der Seite der Gebärenden stehen. Das gelte auch für die Geburten per Kaiserschnitt, die auf Wunsch durchgeführt werden, oder dann, wenn eine Geburt auf natürlichem Wege nicht möglich ist.
Klinikum Frankfurt (Oder) hat verschiedene Zimmer im Angebot
Nach einer unkomplizierten Geburt dürfen Patienten nach kurzer Überwachungszeit und einem Beratungsgespräch nach Hause, sofern sie dies wünschen. Ansonsten kommen sie mit ihrem Neugeborenen auf eines der Zimmer auf der Wochenbettstation. Neben Doppelbettzimmern stehen auch Einzel- und Familienzimmer zur Verfügung. In letzteren steht auch ein Bett für die Partnerin oder den Partner bereit, der das frühe Wochenbett so gemeinsam mit der frisch gebackenen Mutter und dem Säugling verbringen kann. Für diese beliebten Zimmer gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, eine Reservierung ist nicht möglich. Für die Begleitperson werden zudem pro Nacht 28 Euro fällig.
Das Klinikum stellt für die Mütter während des Aufenthalts Einmalslips, Stilleinlagen, Stillkissen sowie Milchpumpen zur Verfügung. Ebenso sind auf Wunsch Stillberatung und Wochenbettgymnastik am Bett möglich. Für das Baby gibt es unter anderem einen Schlafsack, Windeln und Feuchttücher, die mit nach Hause genommen werden dürfen.
Entscheidet sich die Mutter gegen eine ambulante Geburt und für den Verbleib im Klinikum – in der Regel etwa drei bis fünf Tage – wird auch die sogenannte U2-Untersuchung des Neugeborenen vor Ort durchgeführt. Das ist die erste gründliche Untersuchung des Babys von Kopf bis Fuß.
Der konkrete Entlassungstag wird möglichst mit einem Tag Vorlauf vereinbart, damit genug Zeit bleibt, Säugling und Eltern in Ruhe zu verabschieden. Er ist vor allem abhängig von der Gesundheit von Baby und Mutter.




