Klinikum Frankfurt (Oder)
: Verdi kündigt Warnstreik an – was das für Patienten heißt

Am Klinikum Frankfurt (Oder) kommen die Tarifgespräche nur schleppend voran. Jetzt hat die Gewerkschaft Ver.di einen Warnstreik angekündigt. Was das für Patienten bedeutet.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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(ohne Überschrift): Warnstreik am Frankfurter Klinikum Mitte Oktober

Die Gewerkschaft Ver.di hat zum Warnstreik am Rhön-Klinikum Frankfurt (Oder) aufgerufen (Archivbild von 2019).

Thomas Gutke
  • Ver.di kündigt Warnstreik am Klinikum Frankfurt (Oder) für den 7.5. an.
  • Streik von 6 Uhr bis Ende der Spätschicht; öffentliche Kundgebung um 11 Uhr.
  • Hintergrund: Stockende Tarifgespräche für rund 1250 Angestellte und 160 Azubis.
  • Gefordert: 10% mehr Lohn, höhere Sonderzahlungen, 200 Euro mehr für Azubis.
  • Notdienstvereinbarung sichert Behandlung lebensbedrohlicher Notfälle.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Klinikum Frankfurt (Oder) kommt es am Mittwoch (7.5.) zum Warnstreik. Die Gewerkschaft Ver.di hat die Beschäftigten ab 6 Uhr bis zum Ende der Spätschicht zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Das geht aus einer Pressemitteilung von Ver.di Berlin-Brandenburg hervor. Für 11 Uhr ist zudem eine öffentliche Streikkundgebung vor dem Parkhaus geplant.

Hintergrund sind die stockenden Tarifgespräche zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite am zur Rhön AG gehörenden Klinikum in Markendorf. Die letzte Vereinbarung zum Haustarif für die nach Angaben von Ver.di aktuell rund 1250 nichtärztlichen Beschäftigten (Pflegekräfte, medizinisch-technische Berufe und andere) sowie 160 Auszubildenden stammt aus dem Jahr 2023 und hatte eine Laufzeit von zwei Jahren. Seit dem 5. Februar 2025 wird neu verhandelt.

Was Verdi für das Klinikum Frankfurt (Oder) fordert

Seit dem zweiten Gesprächstermin am 9. April 2025 liege zwar ein Angebot der Geschäftsführung vor, „jedoch war dies von den Ver.di-Tarifforderungen weit entfernt und nicht verhandelbar“, heißt es in der Pressemitteilung.

Ziel der Gewerkschaft ist eine Angleichung der Gehälter an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Gefordert werden unter anderem zehn Prozent mehr Lohn, höhere Jahressonderzahlungen und Wechselschichtzulagen, 200 Euro mehr im Monat für Auszubildende sowie zusätzliche freie Tage.

Der Klinikleitung sei für den Warnstreiktag eine Notdienstvereinbarung angeboten worden. Damit werde sichergestellt, dass Notfälle, die zur Gefährdung von Gesundheit oder Leben von Patienten führen könnten, weiter sachgerecht behandelt werden.

Klinikum Frankfurt (Oder): Darauf sollten sich Patienten einstellen

„Elektive (geplante) Eingriffe oder Diagnostik und Therapien, die ohne Patientengefährdung aufgeschoben oder von anderen Krankenhäusern in der Region erbracht werden können, stellen keine lebensnotwendigen Dienstleistungen dar und sind keine Notfälle“, erklärt Ver.di. Patienten müssten sich also darauf einstellen, dass geplante Eingriffe oder Diagnostiken und Therapien am Warnstreiktag nicht erbracht werden, „da hierfür keine Notdienste zur Verfügung stehen“.

Ver.di-Verhandlungsführer Ralf Franke verweist darauf, dass die Krankenkassen durch die Fallpauschalen Leistungen in Krankenhäusern bundesweit einheitlich vergüten. „Daher müssen auch die Beschäftigten am Klinikum Frankfurt (Oder) die gleichen Tarifentgelte wie in Berlin, München oder Hamburg erhalten“, fordert er.

Mit 858 Planbetten, davon 775 vollstationär, ist das Klinikum Frankfurt (Oder) das größte Krankenhaus in Ostbrandenburg. Eigentümerin und Betreiberin ist seit 2002 die Rhön-Klinikum AG, die wiederum zu großen Teilen zum Asklepios-Konzern gehört.