Kommunalwahl: Bewerbersuche für Ortsbeiräte läuft
Drei der neun Ortsvorsteher werden definitiv nicht wieder zur Wahl antreten. Booßens Ortsvorsteher Eberhard Vetter (77) meint, dass es für ihn nach 29 Jahren in der Frankfurter Kommunalpolitik genug sei. Sein Rosengartener Amtskollege Christian Mirle (70) führt gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug aus dem Ehrenamt an. Und Hohenwaldes Ortsvorsteher Olaf Hoffmann (56) will nach 30 Jahren am Lenker in seinem Dorf einen Schritt zurücktreten. „Es wird Zeit für wen Neues“, sagt er.
So hatte auch Markendorfs Ortsvorsteher Dieter Rudolf zunächst gedacht. Als er erfuhr, dass seine drei Mitstreiter im Ortsbeirat nicht wieder antreten wollten, sei das „ein Schock“ für ihn gewesen und „ich wollte auch hinschmeißen“, erinnert sich der 68-Jährige. Doch als er aus dem Rathaus erfuhr, was die Alternative wäre – die Zwangsverwaltung des Ortsteils durch die Stadtverwaltung – sei ihm klar gewesen: „Das kann ich nicht zulassen“, so der Markendorfer. Er hat seit Monaten mit vielen im Dorf geredet und um potenzielle Mitstreiter für den Ortsbeirat geworben. Mit Erfolg: Zwei bisherige Mandatsträger wollen sich nun doch wieder zur Wahl stellen. Und er habe noch weitere personelle „Eisen im Feuer“, sagt Dieter Rudolf im Gespräch beim Frankfurter Stadtboten. Er stellt sich wieder zur Wahl.
Rudolfs Amtsbruder aus Markendorf-Siedlung, Steffen Aurich, ist noch unentschlossen. Er war vor fünf Jahren auf der Liste der Wählergruppe Markendorf-Siedlung angetreten. Von den fünf damaligen Bewerbern steige einer definitiv aus, weiß Aurich. Die Wählergruppe sucht dringend neue Kandidaten. Der Ortsvorsteher bittet Interessierte, zur öffentlichen Ortsbeiratssitzung am 5. März in den Siedlertreff zu kommen.
Örtliche Wählergruppen waren und sind auch in Booßen und Rosengarten am Start. Beide suchen noch Bewerber, wie Eberhard Vetter und Christian Mirle betonen. Die Booßener Vertreter bereiten zu Mitte März eine öffentliche Beratung ihrer Wählergruppe vor und suchen auch über die Internetseiten ihrer Vereine Bewerber. Auch die Rosengartener Wählergruppe bereite für März eine Versammlung vor, so Christian Mirle. Viel Zeit bleibt dann nicht, alle Bewerbungsunterlagen fertig zu stellen. Denn bis zum 21. März, 12 Uhr, müssen diese bei der Wahlbehörde vorliegen, betont Kreiswahlleiter Eyke Beckmann.
In den Ortsbeiräten von Kliestow, Güldendorf, Lichtenberg, Markendorf, Lossow und Hohenwalde arbeiten Ehrenamtler, die vor fünf Jahren als Einzelbewerber angetreten waren. Einige von ihnen wollen sich nicht erneut zur Wahl stellen, weiß zum Beispiel Kliestows Ortsvorsteherin Gudrun Heinrich. Die 67-Jährige wird selbst ihren sprichwörtlichen Hut wieder in den Ring werfen. Auf der Homepage mein-kliestow.de will sie in den kommenden Tagen einen Aufruf starten, dass sich neue Bewerber für den Ortsbeirat melden sollen.
Auch Lossows Ortsvorsteher Uwe Korsing (51) ist aktiv auf Kandidatensuche. Denn es sei „mindestens ein neuer Mitstreiter – oder noch besser: eine Mitstreiterin“ – für den dreiköpfigen Ortsbeirat nötig, weiß Korsing. Denn einer seiner bisherigen Mitstreiter will nicht wieder kandidieren. Eine gute Gelegenheit für potenzielle Bewerber, sich zu informieren und vorzustellen wäre die öffentliche Ortsbeiratssitzung, die heute, ab 19 Uhr, im Feuerwehrgerätehaus stattfindet.
Am unkompliziertesten stellt sich die Situation offenbar in Güldendorf und Lichtenberg dar. Dort wollen neben den Ortsvorsteherinnen, Brunhild Greiser (69) und Ellen Thom (62), auch alle bisherigen Ortsbeiratsmitglieder wieder zur Wahl kandidieren. Ein Flyer zur Wahl sei in Vorbereitung, sagt Brunhild Greiser. Auf dem will sie ein Resümee zur Arbeit im Dorf in den vergangenen fünf Jahren ziehen. Auf der Ortsteil-Website www.gueldendorf.de will sie potenzielle weitere Bewerber für den Ortsbeirat über die Bewerbungs-Modalitäten informieren.
Das hat Lichtenbergs Ortsvorsteherin Ellen Thom bereits getan – in der jüngsten Ausgabe ihres Dorf-Informationsblattes. Potenzielle Bewerber müssten jetzt selbst aktiv werden, meint Ellen Thom.
Dem Kreiswahlleiter sind bislang keine Bewerbungen für ein Mandat in einem der neun Frankfurter Ortsbeiräte bekannt. Eyke Beckmann bietet potenziellen Bewerbern die Unterstützung seiner Wahlbehörde an. Denn gerade für kommunalpolitische Einsteiger kann das Neuland schwieriges Terrain sein.
Wahlen zu den Ortsbeiräten
Jeder Ortsteil ist ein Wahlgebiet, für das Wahlvorschläge eingereicht werden können.
Die Anzahl der jeweiligen Ortsbeiratsmitglieder ist in der Frankfurter Hauptsatzung geregelt. Sie orientiert sich an der Einwohnerzahl: Die Ortsbeiräte von Güldendorf, Lossow, Hohenwalde, Lichtenberg, Rosengarten-Pagram und Markendof-Siedlung haben drei Mitglieder, die von Booßen, Kliestow und Markendorf fünf.
Vordrucke für Wahlvorschläge sind im Wahlbüro im Stadthaus in der Goepelstraße 38, Zimmer 3.108, Tel. 552 32 70 erhältlich.
Wählergruppen und Einzelbewerber, die im Ortsbeirat vertreten sind, brauchen keine Unterstützungsunterschriften, Neubewerber schon – drei für Lichtenberg, Lossow und Hohenwalde, fünf für die anderen Ortsbeiräte. Sie müssen der Wahlbehörde bis zum 20. März, 16 Uhr vorliegen.








